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Wochenrückblick KW51: Sojamarkt unter Druck – Weizen schwach, Mais mit Ethanolstütze

  • Autorenbild: Steffen Oehl
    Steffen Oehl
  • 19. Dez. 2025
  • 6 Min. Lesezeit


Englisch version below.

Wochenrückblick KW51: Sojamarkt unter Druck – Weizen schwach, Mais mit Ethanolstütze


Ölsaatenmärkte

Die Notierungen im Sojakomplex standen in der zurückliegenden Woche spürbar unter Druck. Bei den Sojabohnen fiel der Januar-Kontrakt an der CBoT in fünf aufeinanderfolgenden Sitzungen und schloss auf einem Sieben-Wochen-Tief. Ausschlaggebend waren vor allem die ausbleibenden Nachfrageimpulse aus China sowie die sehr positiven Produktionsaussichten in Brasilien. Trotz mehrerer Exportmeldungen des USDA blieb das Handelsvolumen aus Marktsicht enttäuschend. Auch eine größere chinesische Buchung in der Vorwoche konnte die Hoffnungen auf einen Jahresendspurt im Exportgeschäft nicht erfüllen. Zusätzliche Skepsis entstand durch die fortlaufende Auktionsvermarktung von Importbohnen durch das chinesische Staatsunternehmen Sinograin, die Zweifel an einer baldigen Aufnahme neuer US-Lieferungen nährte. Schwache Exportinspektionen und ein enttäuschendes NOPA-Crush-Ergebnis verstärkten den Abgabedruck. Sojaschrot folgte der negativen Tendenz, während Sojaöl im Zuge fallender Rohölpreise zusätzlich an Wert verlor.

Am Rapsmarkt zeigten sich in Paris erneut deutliche Verluste. Die Februar-Notierung rutschte unter die Marke von 470 Euro und schloss bei 461 Euro je Tonne. Belastend wirkten das schwache internationale Umfeld und fehlende eigene Marktimpulse. Besonders negativ präsentierte sich weiterhin der Canola-Markt. An der ICE in Winnipeg fiel der Januar-Kontrakt bereits zu Wochenbeginn unter 600 Can-Dollar, ehe zum Wochenschluss auch der März dieses Niveau erreichte. Die kanadische Agrarbehörde hob ihre Schätzung für die Endbestände erneut deutlich an, wodurch die Sorgen vor steigenden Lagerbeständen weiter zunahmen. Die anhaltenden Exportprobleme im Handel mit China bleiben damit ein zentrales Belastungsthema.


Bullish

Unterstützend wirkten wiederholte chinesische Exportkäufe, wenn auch in begrenztem Umfang, sowie der technisch stark überverkaufte Canola-Markt, der grundsätzlich Raum für Gegenbewegungen bietet. Zudem bestehen wetterbedingte Risiken in den südamerikanischen Anbauregionen fort, die perspektivisch Einfluss auf die Ernteentwicklung nehmen könnten.


Bearish

Belastend blieben die verfehlten US-Exportziele und enttäuschende Buchungszahlen sowie die Rekorderwartungen für die brasilianische Sojaernte. Hinzu kommen die anhaltenden Exportprobleme bei Canola infolge des Handelskonflikts mit China, die den Markt strukturell unter Druck halten.


Expertenmeinung

Die Ölsaatenmärkte befinden sich weiterhin in einem klar bärischen Umfeld. Die Hoffnung auf eine spürbare Belebung im US-Sojaexportgeschäft zum Jahresende schwindet zunehmend, während sich auch bei Sojaschrot und Sojaöl keine nachhaltige Erholung abzeichnet. Die starken Ernteerwartungen in Brasilien verschärfen das Überangebot, insbesondere da China bislang nicht in größerem Umfang als Käufer am US-Markt auftritt. Beim Canola belasten der Handelskonflikt mit China und steigende Lagerbestände weiterhin das Preisniveau. Auch Raps folgt dem schwachen internationalen Marktumfeld. Für eine Trendwende wären derzeit klare Nachfrageimpulse erforderlich, die aktuell jedoch nicht erkennbar sind.


Getreidemärkte

Die Weizennotierungen standen in der vergangenen Woche durchweg unter Druck. An der CBoT markierten sowohl SRW- als auch HRW-Weizen neue Tiefstände, wobei der SRW-Märzkontrakt zeitweise auf das schwächste Niveau seit Oktober fiel. Hauptursache bleibt das hohe globale Angebot. Besonders Argentinien, wo die Ernteprognose auf den Rekordwert von 27,7 Millionen Tonnen angehoben wurde, sowie Australien lieferten bärische Impulse. Gleichzeitig belasteten hohe Lagerbestände auf der Nordhalbkugel und enttäuschende US-Exportdaten die Marktstimmung. Das USDA revidierte zudem eine chinesische Weizenbestellung nach unten, was Befürchtungen weiterer Stornierungen verstärkte. Zusätzlichen Druck erzeugten Spekulationen über Fortschritte bei Friedensgesprächen im Ukraine-Krieg, wodurch geopolitische Risikoaufschläge weiter abgebaut wurden. Lediglich die russischen Exportpreise zeigten sich aufgrund hoher Nachfrage stabil. An der Euronext folgte der Pariser Markt den internationalen Vorgaben, auch wenn zum Wochenschluss eine leichte Erholung einsetzte. Der feste Euro und die angehobene EU-Ernteschätzung begrenzten jedoch das Aufwärtspotenzial.

Auch die Maisnotierungen standen zunächst weiter unter Abgabedruck. Die erneut bestätigten Rekorderwartungen in Argentinien sowie nahezu ideale Anbaubedingungen in Brasilien setzten die Kurse bis zur Wochenmitte unter Druck. Ab Donnerstag drehte der Markt, ausgelöst durch ein neues Allzeithoch bei der US-Ethanolproduktion, das von sinkenden Lagerbeständen begleitet wurde. Zusätzlich wirkten wettbewerbsfähige fob-Preise und robuste Exportzahlen unterstützend. In Chicago schloss der Märzkontrakt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im Plus. An der Euronext blieb der Handel hingegen weitgehend richtungslos, wenngleich zum Wochenschluss ein leichter Anstieg zu verzeichnen war.

 

Bullish

Stützend wirkten die rekordhohe Ethanolproduktion in den USA bei gleichzeitig sinkenden Lagerbeständen sowie die wettbewerbsfähigen US-fob-Preise, die das Exportgeschäft unterstützten.


Bearish

Belastend bleiben die überdurchschnittlichen Ernteaussichten in Argentinien und Australien, hohe globale Lagerbestände und schwache Exportimpulse im Weizenmarkt. Zusätzlich dämpfen Spekulationen über mögliche Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg die Risikoprämien.


Expertenmeinung

Trotz der leichten Erholung zum Wochenschluss bleibt das Gesamtbild am internationalen Getreidemarkt bärisch. Die starke argentinische Ernteprognose setzt neue Maßstäbe, während die Südhalbkugel insgesamt mit überdurchschnittlichen Erträgen rechnet. Der Weizenmarkt leidet zusätzlich unter möglichen chinesischen Stornierungen und der Erwartung einer anhaltend schwachen US-Exportnachfrage. Beim Mais sorgen die starken Ethanolzahlen zwar kurzfristig für Unterstützung, doch das globale Angebot bleibt komfortabel. Sollten sich die Friedenssignale aus Osteuropa weiter verdichten, könnte der Druck auf beide Märkte zunehmen. Eine nachhaltige Trendwende ist derzeit nicht absehbar.


Weekly review KW51: Soy market under pressure – wheat weak, corn supported by ethanol


Oilseed markets

The soy complex came under pronounced pressure over the past week. At the CBoT, the January soybean contract declined in five consecutive sessions and settled at a seven-week low. The main drivers were the lack of demand impulses from China and very favourable production prospects in Brazil. Despite several export announcements by the USDA, trading volume remained disappointing from the market’s perspective. Even a larger Chinese purchase reported in the previous week failed to meet expectations of a year-end acceleration in exports. Additional scepticism arose from the continued auction sales of imported soybeans by the Chinese state-owned company Sinograin, raising doubts about the near-term uptake of new US shipments. Weak export inspections and a disappointing NOPA crush report added to selling pressure. Soybean meal followed the negative trend, while soybean oil lost further value amid declining crude oil prices.

In the rapeseed market, prices in Paris posted further sharp losses. The February contract fell below the 470 euro level and closed at 461 euros per tonne. The weak global environment and a lack of domestic market impulses weighed on sentiment. The canola market remained particularly negative. On ICE Winnipeg, the January contract slipped below 600 Canadian dollars early in the week, with the March contract reaching the same level by the end of the week. Canada’s agricultural authority again significantly raised its estimate for ending stocks, intensifying concerns about rising inventories. Ongoing export difficulties in trade with China therefore remain a key issue.


Bullish

Supportive factors included repeated Chinese export purchases, albeit in limited volumes, and the heavily oversold technical condition of the canola market, which could allow for corrective moves. Weather-related risks in South American growing regions also remain present and could still affect crop development.


Bearish

Negative influences were failed US export targets and disappointing booking figures, alongside record expectations for Brazil’s soybean crop. Persistent export problems for canola due to the trade conflict with China continue to weigh structurally on the market.


Expert opinion

Oilseed markets remain firmly entrenched in a bearish environment. Hopes for a meaningful year-end recovery in US soybean exports are fading, while soybean meal and soybean oil show no signs of sustained improvement. Strong Brazilian crop expectations are exacerbating oversupply, particularly as China has yet to reappear as a major buyer in the US market. For canola, the trade conflict with China and rising inventories continue to depress prices. Rapeseed is also following the weak international market trend. A clear shift in demand would be required to reverse the trend, but such signals are currently absent.


Grain markets

Wheat prices remained under pressure throughout the past week. At the CBoT, both SRW and HRW wheat posted new lows, with the SRW March contract briefly falling to its weakest level since October. The main driver continues to be ample global supply. Argentina, where the crop estimate was raised to a record 27.7 million tonnes, and Australia delivered bearish signals. High inventories in the Northern Hemisphere and disappointing US export data further weighed on sentiment. The USDA also revised a Chinese wheat purchase downward, fuelling concerns over additional cancellations. Speculation about progress in peace talks in the Ukraine conflict reduced geopolitical risk premiums further. Only Russian export prices remained stable due to strong demand. At Euronext, Paris wheat largely followed international trends, although a slight recovery was seen towards the end of the week. A firm euro and an upward revision of the EU crop estimate limited upside potential.

Corn prices also came under renewed pressure initially. Confirmed record expectations in Argentina and near-ideal growing conditions in Brazil extended the downward trend until mid-week. From Thursday onwards, the market turned higher, driven by a new all-time high in US ethanol production accompanied by declining stocks. Competitive fob prices and robust export figures provided additional support. In Chicago, the March contract closed higher for two consecutive sessions. At Euronext, trading remained largely directionless, although a modest increase was recorded towards the end of the week.


Bullish

Record-high US ethanol production combined with declining inventories and competitive US fob prices provided support to the market.


Bearish

Above-average crop prospects in Argentina and Australia, high global inventories and weak export momentum in the wheat market remain negative factors. Speculation about potential peace negotiations in the Ukraine conflict also continues to dampen risk premiums.


Expert opinion

Despite the modest recovery at the end of the week, the overall picture in international grain markets remains bearish. Argentina’s strong crop outlook is setting new benchmarks, while the Southern Hemisphere as a whole is heading for above-average yields. The wheat market is further burdened by potential Chinese cancellations and expectations of persistently weak US export demand. In corn, strong ethanol figures offer short-term support, but global supply remains comfortable. Should peace signals from Eastern Europe intensify, pressure on both markets could increase further. A sustainable trend reversal is not yet in sight.

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