Wochenrückblick KW06: Trump-Post dreht den Sojamarkt – politische Signale prägen Getreide
- 30. Jan.
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Aktualisiert: 6. Feb.

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Wochenrückblick KW06: Trump-Post dreht den Sojamarkt – politische Signale prägen Getreide
Ölsaatenmärkte
Der Sojakomplex startete schwach in die Handelswoche, geprägt von Verlusten bei Sojabohnen und Sojaschrot an der CBoT. Belastend wirkten insbesondere Meldungen aus Argentinien, wo sich der Zustand der Sojabestände weiter verschlechterte. Zwar lag der Anteil der Flächen mit der Bewertung gut bis ausgezeichnet noch über dem niedrigen Vorjahresniveau, die fortgesetzten Abwärtskorrekturen nährten jedoch Sorgen über mögliche Ertragseinbußen. Zusätzlich enttäuschten die US-Exportzahlen, die sowohl unter dem Vorjahreswert als auch unter dem üblichen Verkaufstempo blieben. Zur Wochenmitte stabilisierte sich der Markt vorübergehend. Die US-Sojabohnenverarbeitung im Dezember blieb zwar hinter den Erwartungen zurück, konnte im Monats- und Jahresvergleich jedoch zulegen. Auch rückläufige EU-Importe wurden registriert, ohne dem Markt eine klare Richtung zu geben.Zum Ende der Woche drehte die Stimmung deutlich ins Positive. Ein Post von US-Präsident Donald Trump über angeblich höhere chinesische Importziele für US-Sojabohnen löste eine kräftige Rally aus, die Sojabohnen, Sojaschrot und Sojaöl gleichermaßen erfasste. Trotz spürbarer Skepsis unter Analysten überwogen die Hoffnungen auf eine Wiederbelebung des Chinageschäfts, insbesondere da zuvor ein deutlicher Rückgang der Lieferungen befürchtet worden war. Enttäuschende USDA-Exportmeldungen traten dadurch in den Hintergrund. Zusätzliche Unterstützung erhielt der Ölsaatenkomplex durch feste Vorgaben am Energiemarkt.Canola in Winnipeg profitierte im Wochenverlauf von der Stärke des Sojakomplexes sowie von neuen Leitlinien zur US-Steuergutschrift für saubere Kraftstoffe, die nordamerikanische Rohstoffe begünstigen. Auch Raps an der Euronext Paris folgte dem positiven Trend und legte kontinuierlich zu.
Bullish
Stützend wirkten vor allem Spekulationen über höhere chinesische Importziele für US-Sojabohnen, die den Markt in kurzer Zeit deutlich belebten. Feste Energiepreise verliehen dem gesamten Ölsaatenkomplex zusätzlichen Rückhalt. Darüber hinaus sorgten positive Impulse aus der US-Biokraftstoffpolitik für Unterstützung bei Canola und wirkten indirekt auch auf den europäischen Rapsmarkt.
Bearish
Belastend blieben die schwachen US-Sojaexporte im Wochenvergleich sowie rückläufige EU-Importe von Sojabohnen. Zudem sorgte die anhaltende Unsicherheit über die tatsächliche Umsetzung politischer Ankündigungen dafür, dass ein Teil der Marktteilnehmer vorsichtig blieb.
Expertenmeinung
Kurzfristig dürfte der Ölsaatenmarkt weiterhin stark von politischen Aussagen und deren Glaubwürdigkeit beeinflusst werden. Die jüngste Rally verdeutlicht, wie sensibel der Handel auf mögliche China-Impulse reagiert. Gleichzeitig bleiben die Fundamentaldaten gemischt, da Exporte und Verarbeitung nicht durchweg überzeugen. Die Entwicklung der Sojabestände in Argentinien stellt weiterhin einen Risikofaktor dar und kann preistreibend wirken. Für Canola und Raps könnten biokraftstoffpolitische Vorgaben zusätzliche Unterstützung liefern. Insgesamt erscheint weiteres Aufwärtspotenzial vorhanden, bleibt jedoch anfällig für schnelle Stimmungswechsel.
Getreidemärkte
Der Weizenmarkt startete mit wenig Impulsen in die Woche und blieb zunächst unter Druck. Schwache US-Notierungen belasteten zu Wochenbeginn, ausgelöst durch enttäuschende kurzfristige Exportdaten, während die längerfristig solide Entwicklung der Verschiffungen kaum stützend wirkte. Vor allem SRW-Weizen gab in Chicago deutlich nach, während HRW-Weizen in Kansas City etwas stabiler tendierte, jedoch ebenfalls Verluste verzeichnete. Zur Wochenmitte fehlten weiterhin klare Richtungsgeber. Meldungen aus der Türkei rückten in den Fokus, da verbesserte Niederschlagsbedingungen dort Hoffnungen auf höhere Erträge weckten und das globale Angebotsbild entspannten. Gegen Ende der Woche kam es zu einer vorübergehenden Erholung, getragen von einer insgesamt freundlicheren Stimmung an den Agrarmärkten und politischen Signalen aus den USA in Richtung China. Fundamentale Unterstützung blieb jedoch begrenzt, da die wöchentlichen US-Exportbuchungen erneut schwach ausfielen. An der Euronext zeigte sich der Weizenmarkt insgesamt stabiler. Logistische Einschränkungen durch winterliche Bedingungen sowie eine zeitweise schwächere Gemeinschaftswährung sorgten für Halt, doch das reichliche globale Angebot begrenzte das Aufwärtspotenzial. Der Maismarkt präsentierte sich ausgeglichener. Zu Wochenbeginn hielten solide Exportverpflichtungen für die laufende Saison die Kurse, auch wenn die kurzfristigen Verschiffungen enttäuschten. Zur Wochenmitte stützten starke Verarbeitungszahlen in der US-Ethanolproduktion, während rückläufige Wochenwerte bremsend wirkten. Zum Wochenausklang rückte Argentinien in den Mittelpunkt, wo sich der Zustand der Maisbestände infolge anhaltender Trockenheit weiter verschlechterte. Diese Entwicklung verlieh den Kursen zusätzlichen Auftrieb, auch wenn an der Euronext kaum Bewegung zu beobachten war.
Bullish
Unterstützend wirkten die zunehmende Verschlechterung der Maisbestände in Argentinien sowie die saisonal starke Maisverarbeitung in den USA. In Europa trugen logistische Einschränkungen infolge winterlicher Bedingungen dazu bei, die Kurse an der Euronext zu stabilisieren.
Bearish
Belastend blieben schwache kurzfristige US-Weizenexporte sowie das insgesamt reichliche globale Weizenangebot. Zudem fehlten nachhaltige Nachfrageimpulse, die dem Markt eine klare Richtung hätten geben können.
Expertenmeinung
Kurzfristig bleibt der Getreidemarkt anfällig für Rücksetzer, da die Nachfrage insbesondere beim Weizen nicht überzeugt. Gleichzeitig können wetterbedingte Risiken in wichtigen Exportregionen für Mais sowie politische Signale im internationalen Handel jederzeit für stärkere Ausschläge sorgen. Weizen dürfte sich zunächst in einer Seitwärtsphase bewegen, wobei Unterschiede zwischen den Sorten bestehen bleiben. Mais verfügt aufgrund der Entwicklungen in Argentinien über etwas mehr Unterstützung, bleibt jedoch ebenfalls stark exportabhängig. Insgesamt spricht vieles für eine vorsichtige, abwartende Haltung der Marktteilnehmer, bis neue klare Fundamentaldaten einen nachhaltigeren Trend vorgeben.
Weekly review KW06: Trump post turns the soy market – political signals shape grains
Oilseed markets
The soy complex started the week on a weak footing, marked by losses in soybeans and soybean meal at the CBOT. Developments in Argentina weighed on sentiment, as crop conditions continued to deteriorate. Although the share of areas rated good to excellent remained above last year’s low level, repeated downward revisions fuelled concerns over potential yield losses. In addition, US export figures disappointed, falling below both year-earlier levels and the usual pace of sales. Mid-week, the market stabilised temporarily. US soybean processing in December missed expectations but still showed gains on a monthly and annual basis. Declining EU imports were also noted, without providing a clear directional impulse. Towards the end of the week, sentiment shifted decisively into positive territory. A post by US President Donald Trump referring to allegedly higher Chinese import targets for US soybeans triggered a strong rally across soybeans, soybean meal and soybean oil. Despite visible scepticism among analysts, hopes for a revival of Chinese demand dominated trading, particularly after earlier fears of a sharp drop in shipments. Disappointing USDA export reports faded into the background. Additional support came from firm energy markets. Canola in Winnipeg benefited from the strength of the soy complex and from new guidelines on US clean fuel tax credits that favour North American feedstocks. Rapeseed at Euronext Paris followed the positive trend and posted steady gains.
Bullish
Market support came from speculation about higher Chinese import targets for US soybeans, which rapidly improved sentiment. Firm energy prices underpinned the broader oilseed complex, while positive signals from US biofuel policy provided additional backing for canola and indirectly for European rapeseed.
Bearish
Weak US soybean exports on a weekly basis and declining EU soybean imports continued to weigh on the market. Ongoing uncertainty about the actual implementation of political announcements also limited confidence among market participants.
Expert opinion
In the short term, oilseed markets are likely to remain highly sensitive to political statements and their credibility. The recent rally highlights how strongly prices react to potential China-related signals. At the same time, fundamentals remain mixed, as export performance and processing data are not uniformly convincing. Crop developments in Argentina remain a key risk factor with potential price-supportive effects. Biofuel-related policies could provide further support for canola and rapeseed. Overall, upside potential exists, but sentiment is likely to remain vulnerable to swift reversals.
Grain markets
The wheat market began the week with limited momentum and initially stayed under pressure. Weak US prices weighed early on, driven by disappointing short-term export data, while the longer-term solid shipment trend offered little support. SRW wheat in Chicago recorded notable losses, while HRW wheat in Kansas City proved slightly more resilient but also declined. Mid-week, clear directional drivers were still lacking. Developments in Turkey came into focus, as improved rainfall conditions raised hopes for higher yields and eased the global supply outlook. Towards the end of the week, prices recovered temporarily, supported by a generally more positive tone across agricultural markets and political signals from the United States towards China. Fundamental backing remained limited, however, as weekly US export bookings again disappointed. At Euronext, wheat prices were more stable overall. Winter-related logistical constraints and a temporarily weaker euro provided some support, but ample global supplies capped upside potential.Corn markets appeared more balanced. At the start of the week, solid seasonal export commitments supported prices, even though near-term shipments fell short. Mid-week, strong US ethanol processing figures offered support, while countervailing signals from lower weekly production acted as a drag. Towards the end of the week, attention shifted to Argentina, where ongoing dryness further ухудened corn crop conditions. This development lent prices additional support, although little movement was seen at Euronext.
Bullish
Supportive factors included deteriorating corn crop conditions in Argentina, strong seasonal US corn processing and logistical constraints in Europe that helped stabilise prices at Euronext.
Bearish
Weak short-term US wheat exports, abundant global wheat supplies and the absence of sustained demand impulses continued to weigh on market sentiment.
Expert opinion
In the near term, grain markets remain vulnerable to setbacks, as demand, particularly for wheat, lacks conviction. At the same time, weather-related risks in key corn export regions and political trade signals can trigger volatility at any time. Wheat is likely to remain range-bound for now, with differences between classes persisting. Corn enjoys slightly better support due to developments in Argentina but remains highly dependent on export demand. Overall, a cautious, wait-and-see approach among market participants appears likely until clearer fundamental signals emerge.