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Wochenrückblick KW04: China bleibt Schlüsselmarkt – Frostsorgen stützen Weizen

  • Autorenbild: Steffen Oehl
    Steffen Oehl
  • 23. Jan.
  • 6 Min. Lesezeit


Englisch version below.

Wochenrückblick KW04: China bleibt Schlüsselmarkt – Frostsorgen stützen Weizen


Ölsaatenmärkte

Die Sojabohnen zeigten sich in der vergangenen Woche volatil, tendierten insgesamt jedoch leicht fester. Zu Wochenbeginn stützten starke US-Verarbeitungszahlen sowie solide Exportdaten den Markt, begleitet von einer weiterhin stabilen Nachfrage aus China. Eine anfängliche Rally bei Sojaöl verlieh dem gesamten Sojakomplex zusätzlichen Auftrieb. Bestätigungen hoher chinesischer Aufkäufe durch Regierungsvertreter sorgten zeitweise für weiteres Kaufinteresse. Gleichzeitig blieben jedoch Zweifel an der Wettbewerbsfähigkeit der US-Exporte bestehen. Zwar wurden die chinesischen Importe für 2025 mit einem neuen Rekordwert beziffert, dennoch dürfte Brasilien mit dem Fortschreiten der Ernte zunehmend zur dominierenden Bezugsquelle werden. Die brasilianische Ernte kommt insgesamt voran, zeigt jedoch regional ein uneinheitliches Bild. Zum Wochenschluss belasteten gesenkte Exportprognosen für Januar sowie Befürchtungen einer nachlassenden Nachfrage die Kurse erneut. Sojaschrot konnte sich dem insgesamt richtungslosen Markt phasenweise entziehen und verbuchte moderate Zuwächse.Der Canola-Markt erhielt zunächst Unterstützung durch den angekündigten Kompromiss zwischen Kanada und China, der ab März deutliche Zollsenkungen vorsieht. Dieser Hoffnungsschimmer reichte jedoch nicht für nachhaltige Kursgewinne, da konkrete Anschlusskäufe ausblieben. Erst ein kräftiger Anstieg bei Sojaöl sowie neue Spekulationen über mögliche zusätzliche Canola-Käufe durch China belebten den Markt zur Wochenmitte. Zusätzliche Unterstützung kam von der kanadischen Agrarbehörde, die für das Erntejahr 2026/27 eine geringere Canola-Ernte erwartet. An der Euronext zeigte sich Raps ebenfalls fester, getragen vom internationalen Umfeld und einer robusten Entwicklung bei den Palmölpreisen. Gegen Ende der Woche kam es jedoch auch hier zu leichten Gewinnmitnahmen.


Bullish

Stützend wirkten die rekordhohen chinesischen Sojabohnenimporte, die angekündigten deutlichen Zollsenkungen auf kanadisches Canola ab März sowie die zwischenzeitliche Rally bei Sojaöl, die dem gesamten Ölsaatenkomplex Auftrieb verlieh.


Bearish

Belastend wirkten die von Anec gesenkte Exportprognose, die weiterhin unklare Perspektive für US-Exporte nach China sowie fehlende Anschlusskäufe bei Canola trotz der angekündigten handelspolitischen Entspannung.


Expertenmeinung

Die Ölsaatenmärkte befinden sich weiterhin in einer Phase erhöhter Unsicherheit. Die stabile Nachfrage Chinas stützt den US-Sojamarkt zwar kurzfristig, mittelfristig dürfte Brasilien jedoch aufgrund des erwarteten Rekordangebots die führende Rolle im Export übernehmen. Die schwankende Wettbewerbsfähigkeit der US-Preise bleibt ein Risikofaktor, ebenso wie politische Spannungen auf internationaler Ebene. Beim Sojaöl hellt sich das Bild durch die Aussicht auf eine stärkere Nachfrage aus dem Biokraftstoffsektor auf. Canola profitiert derzeit vor allem von Hoffnungen auf neue Exportimpulse nach China, die jedoch kurzfristig durch konkrete Handelsabschlüsse bestätigt werden müssen. Raps zeigt sich an der Euronext robust, bleibt jedoch stark abhängig vom globalen Pflanzenölmarkt.


Getreidemärkte

Der Weizenmarkt zeigte im Wochenverlauf ein wechselhaftes Bild, ehe zunehmende Frostsorgen zum Wochenschluss für deutlichen Auftrieb sorgten. Zu Beginn der Woche stützten zwei umfangreiche internationale Ausschreibungen die Stimmung. Saudi-Arabien orderte deutlich mehr Weizen als erwartet, auch Algerien kaufte über das ausgeschriebene Volumen hinaus. Diese Nachfrageimpulse hoben insbesondere an der Euronext die Kurse, wurden jedoch zeitweise durch einen stärkeren Euro begrenzt. In den USA begann die Handelswoche feiertagsbedingt verzögert. Ab der Wochenmitte gerieten die Kurse unter Druck, belastet durch anhaltend hohe globale Lagerbestände, geopolitische Spannungen rund um den Grönland-Konflikt sowie deutlich nachgebende russische Inlandspreise, die auf schleppende Exporte hindeuten. Erst zum Ende der Woche drehte der Markt spürbar nach oben. Eine ausgeprägte Kaltfront mit strengen Frösten schürte Sorgen über mögliche Frostschäden, insbesondere bei ungeschütztem Winterweizen. Davon profitierten vor allem die HRW-Kontrakte. Ein schwächerer US-Dollar verstärkte die Aufwärtsbewegung zusätzlich.Am Maismarkt blieb das Bild verhalten. Zwar sorgten robuste Exportmeldungen und zuletzt niedrigere US-Bestandszahlen für Unterstützung, doch zunehmende Unsicherheit über die künftige US-Bioethanolpolitik wirkte belastend. Hinzu kam eine kräftige Aufstockung der Maisanbaufläche in Argentinien sowie günstige Wetterprognosen für Brasilien, die die Ertragserwartungen erhöhten. In der Folge bewegten sich die Maispreise nur begrenzt nach oben und schlossen die Woche mit einem leichten Plus, ohne eine klare Trendwende einzuleiten. An der Euronext verharrte der Maismarkt überwiegend seitwärts.

 

Bullish

Unterstützend wirkten zunehmende Frostsorgen, die den Weizenmarkt belebten, umfangreiche Weizenkäufe Saudi-Arabiens sowie robuste US-Exportmeldungen im Maismarkt.


Bearish

Belastend bleiben rekordhohe globale Lagerbestände, die Ausweitung der Maisanbaufläche in Argentinien sowie das Ausbleiben eines politischen Durchbruchs bei der US-Biokraftstoffgesetzgebung.


Expertenmeinung

Die aktuelle Wetterlage bringt neue Unsicherheit in den Weizenmarkt. Sollten sich die Frostschäden in den südlichen Plains bestätigen, könnten die Kurse weiter zulegen. Gleichzeitig bleibt das Angebot aus der Schwarzmeerregion umfangreich, auch wenn sinkende russische Preise auf eine nachlassende Exportdynamik hindeuten. Für Mais bleibt das Umfeld herausfordernd. Ohne klare politische Unterstützung für den Ethanolsektor stehen US-Farmer weiterhin unter Angebotsdruck. Die Exportlage bleibt zwar solide, doch die starke Konkurrenz aus Südamerika begrenzt den Spielraum für nachhaltige Preissteigerungen.


Weekly review KW04: China remains the key market – frost concerns support wheat


Oilseed markets

Soybeans traded with elevated volatility over the past week but ended slightly firmer overall. Early in the week, strong US processing figures and solid export data provided support, alongside stable demand from China. An initial rally in soybean oil added momentum to the entire soy complex. Confirmations of large Chinese purchases by government officials temporarily encouraged buying interest. At the same time, concerns about the competitiveness of US exports persisted. While Chinese imports for 2025 were projected at a new record level, Brazil is expected to become the dominant supplier as its harvest progresses. The Brazilian crop is advancing overall, though developments remain uneven across regions. Towards the end of the week, lower January export forecasts and concerns about weakening demand weighed on prices again. Soybean meal was able to partially decouple from the sideways market environment and recorded moderate gains.Canola initially benefited from the announced compromise between Canada and China, which includes significant tariff reductions from March onwards. However, the absence of concrete follow-up buying prevented a sustained rally. Only a sharp increase in soybean oil prices and renewed speculation about additional Chinese canola purchases revived the market mid-week. Further support came from Canada’s agricultural authority, which expects a smaller canola crop for the 2026/27 season. At Euronext, rapeseed also moved higher, driven by the international environment and robust palm oil prices. Towards the end of the week, modest profit-taking set in.


Bullish

Support came from record Chinese soybean imports, the announced tariff reductions on Canadian canola starting in March and the rally in soybean oil, which lifted sentiment across the oilseed complex.


Bearish

Downside factors included Anec’s downward revision of export forecasts, continued uncertainty over US export prospects to China and the lack of sustained follow-up buying in canola despite signs of improved trade relations.


Expert opinion

Oilseed markets remain in a phase of relative uncertainty. Stable Chinese demand continues to support US soybeans in the short term, but Brazil is likely to assume export leadership in the medium term due to expected record supply. Fluctuating competitiveness of US prices remains a risk factor, alongside broader political uncertainties. In soybean oil, expectations of rising demand from the biofuel sector have improved the outlook. Canola is currently driven by hopes of renewed Chinese demand, but these expectations need to be confirmed by actual trade flows. Rapeseed at Euronext remains resilient, though it continues to depend heavily on global vegetable oil market developments.


Grain markets

Wheat markets experienced a mixed trading week before frost concerns provided a clear boost towards the end. Early in the week, sentiment was supported by two large international tenders. Saudi Arabia purchased significantly more wheat than expected, while Algeria also bought well above its initial tender volume. These demand impulses lifted prices at Euronext, although gains were partially capped by a stronger euro. In the United States, trading started later due to a public holiday. By mid-week, prices came under pressure from ample global stocks, geopolitical tensions related to the Greenland dispute and sharply lower domestic Russian prices, signalling sluggish exports. A decisive reversal occurred towards the end of the week, as an extensive cold front raised concerns about potential frost damage, particularly to unprotected winter wheat. HRW wheat contracts benefited most from these fears, while a weaker US dollar provided additional support.Corn markets remained subdued. Robust export reports and slightly lower US stock figures offered some support, but growing uncertainty over US bioethanol policy weighed on sentiment. In addition, a significant upward revision of corn acreage in Argentina and favourable weather forecasts for Brazil increased supply expectations. As a result, corn prices recorded only limited gains and ended the week slightly higher without establishing a clear upward trend. At Euronext, corn prices largely moved sideways.


Bullish

Positive influences included rising frost concerns supporting wheat prices, substantial wheat purchases by Saudi Arabia and robust US export reports in the corn market.


Bearish

Pressure persists from record global inventories, the expansion of corn acreage in Argentina and the lack of a clear breakthrough in US biofuel legislation.


Expert opinion

Current weather conditions have reintroduced uncertainty into wheat markets. If frost damage in the southern Plains materialises, prices could extend their gains. At the same time, supply from the Black Sea region remains ample, even as falling Russian prices point to slower export momentum. For corn, the environment remains challenging. Without clear policy support for the ethanol sector, US farmers continue to face significant supply pressure. Export demand remains solid, but strong competition from South America is likely to limit the scope for sustained price increases.

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