Wochenrückblick KW03: Hoffnung auf China-Deal treibt Canola – USDA-Daten belasten Getreide
- Steffen Oehl
- 16. Jan.
- 6 Min. Lesezeit

Englisch version below.
Wochenrückblick KW03: Hoffnung auf China-Deal treibt Canola – USDA-Daten belasten Getreide
Ölsaatenmärkte
Die Sojamärkte starteten mit einem deutlichen Rückschlag in die Handelswoche, nachdem das USDA entgegen den Erwartungen sowohl die US-Ernte als auch die Lagerbestände leicht anhob. Diese Überraschung wirkte vor dem Hintergrund der zuletzt schwachen Exportbilanz belastend, auch wenn China wiederholt größere Mengen orderte. Brasilien blieb im Fokus des Marktes, da die Einschätzungen zur Ernteentwicklung stark divergierten. Während US-Schätzungen von 178 Millionen Tonnen ausgehen, senkte die brasilianische Agrarbehörde Conab ihre Prognose leicht, wohingegen Agroconsult ein neues Rekordniveau erwartet. Die widersprüchlichen Angaben sorgten für Unsicherheit, zumal die Wetterbedingungen in vielen Anbauregionen weiterhin günstig erscheinen. In Argentinien hingegen führten zunehmende Trockenphasen zu einer kritischeren Bewertung der Bestände. Zwischenzeitlich sorgten starke US-Exportzahlen und ein überdurchschnittlicher NOPA-Crush für eine Erholung bei Sojabohnen, während sich Sojaschrot schwächer entwickelte.Der europäische Rapsmarkt zeigte sich im Wochenverlauf volatil. Nach anfänglicher Schwäche kam Rückenwind aus dem Canola-Markt, der von der Hoffnung auf eine Entspannung im kanadisch-chinesischen Handelskonflikt profitierte. Obwohl Analysten die Erwartungen an den bevorstehenden Staatsbesuch dämpften, schwankten die Canola-Notierungen teils kräftig zwischen Gewinnen und Verlusten, was sich auch auf die Euronext übertrug. Insgesamt blieb der Markt jedoch fest genug, um sich nach der USDA-bedingten Schwäche wieder zu stabilisieren. Zum Wochenschluss erhielt Raps zusätzliche Unterstützung durch feste Pflanzenölpreise, darunter auch Sojaöl, das sich dem Abwärtsdruck zumindest teilweise entziehen konnte.
Bullish
Stützend wirkten zuletzt starke US-Sojaexporte und hohe NOPA-Crush-Zahlen, die auf eine robuste Nachfrage und Verarbeitung hinweisen. Hinzu kamen wetterbedingte Rückschläge bei der argentinischen Sojabohnenernte sowie anhaltende Spekulationen über Fortschritte im kanadisch-chinesischen Handelskonflikt, die insbesondere den Canola-Markt beflügelten.
Bearish
Belastend wirkten die unerwartete Anhebung der US-Sojaproduktion und der Lagerbestände durch das USDA sowie rekordnahe Ernteprognosen in Brasilien bei weiterhin günstigen Wetterbedingungen. Zusätzlich dämpften schwächere chinesische Importzahlen im Dezember die Markterwartungen.
Expertenmeinung
Die USDA-Daten zu Wochenbeginn trafen den Sojamarkt empfindlich und entfalteten über mehrere Handelstage hinweg spürbaren Druck. Höhere US-Bestände und die Aussicht auf eine sehr große brasilianische Ernte belasten das Marktumfeld. Gleichzeitig zeigen sich die Nachfrageindikatoren zuletzt stabiler, da große Exportbuchungen, insbesondere durch China, sowie ein starker Verarbeitungsmonat in den USA positive Signale senden. Entscheidend bleibt die weitere Entwicklung in Südamerika, wo Wetter- und Erntedaten derzeit stark auseinanderlaufen. Kurzfristig dürfte die Volatilität hoch bleiben, während sich der Markt mittelfristig stärker an der tatsächlichen Ernteentwicklung in Brasilien und Argentinien orientiert. Auch bei Canola könnten die Gespräche zwischen Kanada und China richtungsweisend werden.
Getreidemärkte
Am Weizenmarkt bestimmten die USDA-Berichte zu Wochenbeginn klar die Richtung. Sowohl SRW- als auch HRW-Weizen gerieten unter Druck, nachdem die globale Produktionsschätzung im WASDE-Bericht überraschend um 4,4 Millionen Tonnen angehoben wurde. Höhere Ernteschätzungen für Russland und Argentinien verbesserten die weltweiten Versorgungsaussichten deutlich. Zudem lagen die US-Weizenlager mit 1,68 Milliarden Bushel über den Erwartungen, ebenso wie die Winterweizenaussaat, die höher ausfiel als vom Markt prognostiziert. Gute Exportzahlen sorgten zwar zeitweise für Unterstützung, konnten das insgesamt bärische Umfeld jedoch nicht drehen. In den südlichen US-Plains verstärkten trockene Aussichten die Sorgen um die Bestände, die insgesamt weiterhin als gut bewertet werden. An der Euronext zeigte sich der Weizenmarkt volatil, hielt sich jedoch stabiler als in Chicago. Gegen Ende der Woche sorgte die Aussicht auf eine große Ausschreibung Saudi-Arabiens für einen freundlichen Impuls, auch wenn die EU-Exportperspektiven durch günstige Konkurrenz aus Argentinien begrenzt bleiben.Der Maismarkt erlebte zu Wochenbeginn einen kräftigen Kurseinbruch. Unerwartet hob das USDA sowohl Anbaufläche als auch Flächenertrag deutlich an und setzte die US-Produktion damit auf einen neuen Rekordwert von 447,8 Millionen Tonnen. Diese Revision sorgte für erhebliche Verunsicherung, da sie von der bisherigen historischen Praxis abweicht. Auf der Nachfrageseite präsentierte sich der Markt jedoch robust. Die Ethanolproduktion erreichte neue Höchststände, Exportzahlen blieben solide und auch der private Handel meldete umfangreiche Verkäufe. In Südamerika belastete Trockenheit in Argentinien die Bestandsbewertungen, dennoch gelang dem Markt nur eine vorübergehende Erholung. Erst zum Wochenschluss stabilisierten sich die Kurse, wobei sich die Euronext phasenweise vom Abwärtstrend in Chicago abkoppelte.
Bullish
Unterstützend wirkten anhaltende Trockenheit in den südlichen US-Plains und in Teilen Argentiniens sowie die Aussicht auf eine große internationale Weizenausschreibung Saudi-Arabiens. Zusätzlich stützten neue Höchstwerte bei der US-Ethanolproduktion die Nachfrage im Maismarkt.
Bearish
Belastend wirkten die unerwartet starke Ausweitung der US-Maisanbaufläche und der Ernteschätzung sowie die vom USDA angehobene globale Weizenproduktion, insbesondere in Russland und Argentinien. Schwache US-Weizenexportbuchungen in der Berichtswoche verstärkten den negativen Grundton.
Expertenmeinung
Nach der überraschenden USDA-Datenflut hat sich das Marktbild für Weizen und Mais deutlich eingetrübt. Vor allem beim Mais sorgte die massive Anhebung der US-Anbaufläche für Verunsicherung, da diese Entwicklung weder historisch üblich noch klar erklärbar ist. Das hohe globale Angebot bei beiden Kulturen übt zusätzlichen Druck auf die Kurse aus. Auf der Nachfrageseite gibt es zwar Lichtblicke, etwa durch die starke Ethanolproduktion und einzelne große Ausschreibungen im Export, insgesamt bleibt das Umfeld jedoch anfällig für weitere Schwankungen.
Weekly review KW03: Hopes for a China deal lift canola – USDA data weigh on grains
Oilseed markets
Soy markets suffered a sharp setback at the start of the week after the USDA unexpectedly raised both US production and ending stocks. This surprise weighed heavily on sentiment, particularly given the still weak export balance, even though China has recently placed several large orders. Brazil remained a key focus as crop estimates diverged significantly. While US forecasts point to production of 178 million tonnes, Brazil’s agricultural agency Conab slightly lowered its estimate, whereas Agroconsult expects a new record. These conflicting signals added uncertainty, especially as weather conditions in many growing regions remain favourable. In Argentina, increasing dry spells negatively affected crop assessments. Strong US export figures and an above-average NOPA crush temporarily supported soybean prices, while soybean meal lagged behind.European rapeseed prices were volatile over the week. After an initial decline, support came from the canola market, which was boosted by hopes of easing tensions in the Canada–China trade dispute. Although analysts tempered expectations surrounding the upcoming state visit, canola prices fluctuated sharply between gains and losses, spilling over to Euronext. Overall, the market remained firm enough to stabilise after the USDA-driven weakness. Towards the end of the week, rapeseed also benefited from firm vegetable oil prices, including soybean oil, which managed to resist downward pressure to some extent.
Bullish
Support came from strong US soybean exports and high NOPA crush figures, signalling resilient demand and processing activity. Weather-related setbacks in Argentina’s soybean crop and continued speculation over progress in the Canada–China trade dispute also provided positive momentum, particularly for canola.
Bearish
Negative influences included the unexpected increase in US soybean production and stocks reported by the USDA, near-record crop expectations in Brazil under favourable weather conditions and weaker Chinese import figures in December.
Expert opinion
The USDA data at the start of the week hit the soy market hard and exerted pressure over several trading sessions. Higher US stocks and the prospect of a very large Brazilian crop continue to weigh on sentiment. At the same time, demand indicators have shown some improvement, with large export bookings, especially by China, and a strong US crushing month sending bullish signals. Developments in South America remain crucial, as weather and crop data continue to diverge. In the short term, volatility is likely to persist, while medium-term direction will increasingly depend on actual harvest outcomes in Brazil and Argentina. Talks between Canada and China could also prove decisive for canola.
Grain markets
USDA reports set the tone in the wheat market at the start of the week. Both SRW and HRW wheat came under pressure after global production was unexpectedly raised by 4.4 million tonnes in the WASDE report. Higher crop estimates for Russia and Argentina improved global supply prospects. US wheat stocks of 1.68 billion bushels exceeded expectations, as did winter wheat seedings. Although good export figures provided brief support, the overall environment remained bearish. Dry outlooks in the southern US Plains increased concerns over crop conditions, even though overall ratings remain good. At Euronext, wheat prices were volatile but proved more resilient than in Chicago. Towards the end of the week, prospects of a large Saudi Arabian tender provided a positive impulse, although EU export prospects remain constrained by competitive supplies from Argentina.Corn markets saw a sharp sell-off at the start of the week. The USDA unexpectedly raised both planted area and yield, pushing US production to a new record of 447.8 million tonnes. This revision caused considerable uncertainty, as it deviates from historical patterns. Demand indicators, however, remained supportive, with ethanol production reaching new highs, exports staying robust and private traders reporting large sales. In South America, dryness in Argentina weighed on crop assessments. Despite these factors, corn prices only recovered temporarily and stabilised towards the end of the week, with Euronext at times decoupling from the downward trend in Chicago.
Bullish
Supportive factors included ongoing dryness in the southern US Plains and parts of Argentina, prospects of a large international wheat tender by Saudi Arabia and new record levels in US ethanol production supporting corn demand.
Bearish
Downside pressure stemmed from the unexpectedly strong expansion of US corn acreage and yield, the USDA’s upward revision of global wheat production, particularly in Russia and Argentina, and weak US wheat export bookings during the reporting week.
Expert opinion
Following the surprising USDA data releases, the outlook for wheat and corn has deteriorated noticeably. The sharp increase in US corn acreage has unsettled the market, as it lacks a clear historical or fundamental explanation. Ample global supplies in both crops continue to weigh on prices. While demand-side signals such as strong ethanol production and isolated export tenders offer some support, markets remain vulnerable to further volatility in the near term.