Wochenrückblick KW26: Hitzewelle stützt Agrarmärkte – Wetterrisiken rücken in den Fokus
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Wochenrückblick KW26: Hitzewelle stützt Agrarmärkte – Wetterrisiken rücken in den Fokus
Ölsaatenmärkte
Der Ölsaatenmarkt zeigte sich im Wochenverlauf zunächst uneinheitlich, bevor sich zum Wochenschluss wieder eine freundlichere Tendenz durchsetzte. Bei den Sojabohnen standen zu Wochenbeginn vor allem die schwache Marktstimmung sowie das Ausbleiben neuer Impulse nach dem Feiertag in den USA im Mittelpunkt. Zur Wochenmitte richtete sich der Blick verstärkt auf die Entwicklung der US-Bestände. Die Aussaat und Entwicklung der Pflanzen verlief weiter zügig und die Bestände wurden unverändert überwiegend als gut bis ausgezeichnet bewertet. Damit blieb die Versorgungslage zunächst komfortabel. Gleichzeitig warteten die Marktteilnehmer auf die richtungsweisenden USDA-Berichte zu Anbauflächen und Lagerbeständen, wodurch sich viele Händler mit neuen Positionierungen zurückhielten. Belastend wirkten zeitweise die nachgebenden Rohölpreise, während Hoffnungen auf zusätzliche chinesische Käufe sowie die Entwicklung der Pflanzenölmärkte den Kursen immer wieder Unterstützung verliehen. Gegen Ende der Woche sorgten schließlich die angekündigte Hitzewelle in Teilen der USA, starke Exportbuchungen und robuste Vorausverkäufe der neuen Ernte für eine deutliche Erholung bei Sojabohnen und Sojaschrot.
Auch am Raps- und Canolamarkt wechselten sich belastende und stützende Faktoren ab. Canola folgte zunächst der schwachen Entwicklung des Sojakomplexes und litt zusätzlich unter der Unsicherheit an den Rohölmärkten. Gleichzeitig warteten die Marktteilnehmer gespannt auf die kanadischen Anbauflächenschätzungen. Der Raps an der Euronext entwickelte sich dagegen über weite Strecken fester. Vor allem die Hitzewelle in Europa schürte Sorgen über mögliche Belastungen für die Bestände und verlieh den Kursen Auftrieb. Nach einer zwischenzeitlichen Korrektur infolge der schwächeren Rohölpreise setzte sich zum Wochenschluss erneut eine freundlichere Tendenz durch.
Bullish
Unterstützend wirkten kräftige US-Exportbuchungen bei Sojabohnen sowie starke Vorausverkäufe der neuen Ernte. Zusätzlich erhöhten die Hitzewelle in Teilen der USA und Europas sowie festere Pflanzenölmärkte und Hoffnungen auf weitere chinesische Importe die Unterstützung für den Sojakomplex.
Bearish
Belastend wirkten die weiterhin guten Zustandsbewertungen der US-Sojabestände, die zeitweise schwächeren Rohölpreise sowie die Erwartungen an hohe brasilianische Sojaernten und die Unsicherheit vor den USDA- und Statistics-Canada-Berichten.
Expertenmeinung
Der Ölsaatenmarkt dürfte kurzfristig vor allem auf die Wetterentwicklung in den USA reagieren. Sollten sich die hohen Temperaturen auf weitere wichtige Anbaugebiete ausweiten, könnten die Kurse zusätzliche Unterstützung erhalten. Gleichzeitig bleiben die bevorstehenden Berichte zu den US-Anbauflächen und den kanadischen Canolaflächen richtungsweisend. Die starke Exportnachfrage verbessert zwar die Marktstimmung, steht jedoch einer insgesamt weiterhin guten Versorgungslage gegenüber. Deshalb dürfte der Markt zunächst von einer erhöhten Schwankungsbreite geprägt bleiben.
Getreidemärkte
Zu Wochenbeginn dominierten am Weizenmarkt die negativen Vorgaben aus der Vorwoche. Während die US-Märkte nach dem Feiertag zunächst ohne neue Impulse starteten, belasteten vor allem die laufende Ernte und die Aussicht auf ein reichliches Angebot die Stimmung. Besonders SRW-Weizen geriet im Wochenverlauf unter Druck. Beim HRW-Weizen sorgten dagegen Berichte über erhebliche Ertragseinbußen und hohe Flächenaufgaben in den Great Plains für eine stabilere Entwicklung. Zusätzlichen Gegenwind lieferten die Anhebung der ukrainischen Ernteprognose sowie der schnelle Erntefortschritt in den USA. Gegen Ende der Woche verlagerte sich der Fokus jedoch zunehmend auf die Wetterentwicklung. Die anhaltende Hitzewelle in Europa und steigende Temperaturen in Teilen der USA schürten Sorgen über mögliche Ertragseinbußen. Gleichzeitig fielen die wöchentlichen US-Exportbuchungen stärker aus als erwartet und stützten die Kurse. An der Euronext Paris trieb die Sorge um die Auswirkungen der Hitze auf die französischen Bestände den Weizen zeitweise auf den höchsten Stand seit Ende Mai. Zum Wochenschluss setzten allerdings Gewinnmitnahmen, die fortschreitende Ernte auf der Nordhalbkugel und der Wettbewerbsdruck im Exportgeschäft die Notierungen wieder etwas unter Druck.
Auch der Maismarkt stand zu Wochenbeginn im Zeichen eines komfortablen Angebots. Gute Bestandsbewertungen in den USA, günstige Niederschlagsprognosen für große Teile des Maisgürtels sowie die Aussicht auf eine sehr große brasilianische Ernte belasteten die US-Kurse. Gleichzeitig blieb die Exportnachfrage insgesamt solide, ohne zunächst stärkere Impulse zu liefern. In Europa rückten dagegen die zunehmenden Sorgen über die Hitzewelle und deren mögliche Auswirkungen auf die französischen Maisbestände immer stärker in den Vordergrund. Die Euronext-Notierungen legten deshalb an fast jedem Handelstag zu. Zum Ende der Woche sorgten auch in den USA die angekündigte Hitzewelle im Maisgürtel sowie solide Exportdaten für eine Erholung der Kurse. Insgesamt verlagerte sich der Markt im Wochenverlauf zunehmend von den Angebotserwartungen hin zu den Wetterrisiken.
Bullish
Unterstützend wirkten die Hitzewelle in Europa und Teilen der USA, robuste US-Weizenexporte sowie Ertragssorgen und hohe Flächenaufgaben beim HRW-Weizen in den Great Plains.
Bearish
Belastend wirkten der schnelle Fortschritt der US-Winterweizenernte, die höhere Ernteprognose für die Ukraine sowie die große brasilianische Maisernte und die insgesamt guten Maisbestände in den USA.
Expertenmeinung
Die Wetterentwicklung dürfte in den kommenden Wochen der wichtigste Kurstreiber bleiben. Sollte sich die Hitzewelle in Europa und den USA weiter verschärfen, könnten Weizen und Mais zusätzliche Unterstützung erhalten. Gleichzeitig spricht die fortschreitende Ernte auf der Nordhalbkugel weiterhin für ein ausreichend verfügbares Angebot. Vor allem beim Mais richtet sich der Blick auf die Entwicklung im US-Maisgürtel während der Bestäubungsphase. Insgesamt dürfte der Markt daher vorerst schwankungsanfällig bleiben, wobei Wettermeldungen kurzfristig größere Kursbewegungen auslösen können.
Weekly Review KW26: Heatwave Supports Agricultural Markets – Weather Risks Move into Focus
Oilseed markets
Oilseed markets traded mixed during the week before ending on a firmer note. Soybeans were initially weighed down by weak market sentiment and the absence of fresh impulses following the US holiday. By midweek, attention shifted toward US crop development. Planting and crop development continued at a rapid pace, while crop ratings remained largely unchanged at mostly good to excellent, leaving supply prospects comfortable. At the same time, market participants awaited the upcoming USDA acreage and stocks reports, limiting new positioning. Weaker crude oil prices temporarily pressured the market, while hopes for additional Chinese purchases and firmer vegetable oil markets repeatedly provided support. Toward the end of the week, an expected heatwave across parts of the United States, strong export sales and robust new-crop forward bookings triggered a solid recovery in soybeans and soybean meal.
Rapeseed and canola markets were also driven by alternating supportive and bearish factors. Canola initially followed the weakness in the soy complex while uncertainty in crude oil markets added pressure. At the same time, traders awaited Canada's acreage estimates. Euronext rapeseed performed more firmly for most of the week as the European heatwave increased concerns over potential crop stress. After a temporary correction caused by weaker crude oil prices, the market regained a firmer tone toward the end of the week.
Bullish
Support came from strong US soybean export sales and robust new-crop forward bookings. In addition, the heatwave across parts of the United States and Europe, firmer vegetable oil markets and hopes for further Chinese imports supported the soy complex.
Bearish
Pressure stemmed from continued strong US soybean crop ratings, temporarily weaker crude oil prices, expectations for another large Brazilian soybean crop and uncertainty ahead of the USDA and Statistics Canada reports.
Expert opinion
The oilseed market is likely to remain highly sensitive to US weather developments in the short term. Should high temperatures spread across additional key growing areas, prices could receive further support. At the same time, the upcoming US acreage report and Canadian canola acreage estimates will provide important direction. Strong export demand has improved market sentiment but continues to compete with an overall comfortable global supply outlook. As a result, elevated volatility is expected to remain the dominant feature of the market.
Grain markets
Wheat markets began the week under pressure from the previous week's weakness. With US markets reopening after the holiday, the advancing harvest and expectations of abundant supplies weighed particularly on SRW wheat. HRW wheat proved more resilient as reports of significant yield losses and widespread acreage abandonment across the Great Plains provided support. Additional pressure came from higher Ukrainian production forecasts and rapid US harvest progress. Toward the end of the week, however, market attention shifted increasingly toward weather developments. The ongoing European heatwave and rising temperatures across parts of the United States raised concerns about potential yield losses. At the same time, stronger-than-expected weekly US export sales supported prices. Euronext wheat temporarily climbed to its highest level since late May as concerns about French crop conditions intensified. Profit-taking, ongoing Northern Hemisphere harvest progress and competitive export conditions limited gains toward the end of the week.
Corn markets also started the week with comfortable supply expectations. Strong US crop ratings, favourable rainfall forecasts across much of the Corn Belt and expectations for another large Brazilian crop weighed on US prices. Export demand remained solid but initially failed to generate stronger momentum. In Europe, however, growing concerns over the heatwave and its potential impact on French corn increasingly supported prices. Euronext corn advanced during almost every trading session. Toward the end of the week, forecasts for hotter weather across the US Corn Belt together with solid export data also supported a recovery in US corn prices. Overall, market attention shifted steadily from supply expectations toward weather-related risks.
Bullish
Support came from the heatwave across Europe and parts of the United States, robust US wheat export demand and yield concerns together with significant acreage abandonment in HRW wheat across the Great Plains.
Bearish
Pressure resulted from rapid US winter wheat harvest progress, higher Ukrainian wheat production forecasts, another large Brazilian corn crop and generally strong US corn crop conditions.
Expert opinion
Weather developments are likely to remain the primary market driver over the coming weeks. If the heatwave intensifies across Europe and the United States, wheat and corn could receive additional support. At the same time, ongoing Northern Hemisphere harvest progress continues to point toward adequate supplies. In corn, particular attention will focus on pollination conditions across the US Corn Belt. Overall, markets are expected to remain highly volatile, with weather developments capable of triggering significant short-term price movements.