Wochenrückblick KW24: Südamerikas Rekordernte belastet Ölsaaten – USDA stützt Weizen
- 13. Juni
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Wochenrückblick KW24: Südamerikas Rekordernte belastet Ölsaaten – USDA stützt Weizen
Ölsaatenmärkte
Die Ölsaatenmärkte standen in der vergangenen Woche weiterhin unter dem Eindruck der außergewöhnlich guten Versorgungslage in Südamerika. Der Sojakomplex startete mit einer vorsichtigen Grundstimmung, nachdem die US-Exportzahlen sowohl gegenüber der Vorwoche als auch gegenüber dem Vorjahr enttäuschten. Viele Marktteilnehmer hielten sich zudem vor der Veröffentlichung des USDA-WASDE-Berichts zurück. Im Wochenverlauf rückten die internationalen Angebots- und Nachfrageperspektiven stärker in den Fokus. Rückläufige chinesische Sojabohnenimporte wurden als Zeichen einer gedämpften Nachfrage interpretiert, während steigende brasilianische Exporterwartungen die Aussicht auf ein reichliches globales Angebot untermauerten. Eine zwischenzeitliche Erholung bei Sojabohnen und Sojaschrot wurde durch festere Rohölpreise und die Spannungen im Nahen Osten unterstützt. Der WASDE-Bericht sorgte schließlich für zusätzlichen Druck, da das USDA die Produktionsschätzung für Argentinien stärker als erwartet anhob und die brasilianische Rekordernte von 180 Mio. t bestätigte. Gleichzeitig erhöhte Conab die brasilianische Ernteprognose nochmals. Damit blieb das zentrale Thema die umfangreiche südamerikanische Versorgung. Am Canola- und Rapsmarkt sorgten Überschwemmungen in Teilen Kanadas zeitweise für Unterstützung, konnten die negativen Vorgaben aus dem Sojakomplex jedoch nur teilweise kompensieren.
Bullish
Unterstützend wirkten Überschwemmungen in wichtigen Canola-Anbaugebieten Kanadas, zeitweise festere Rohölpreise sowie die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.
Bearish
Belastend wirkten die höheren Produktionsschätzungen für Argentinien und Brasilien, die schwachen US-Exportdaten sowie die insgesamt verhaltenen Nachfrageimpulse.
Expertenmeinung
Die Marktteilnehmer richten ihren Blick weiterhin auf die außergewöhnlich gute Versorgungslage in Südamerika. Die jüngsten Schätzungen aus Brasilien und Argentinien sprechen dafür, dass ausreichend Ware für den Weltmarkt zur Verfügung steht. Solange die Wetterbedingungen in den US-Anbaugebieten überwiegend günstig bleiben, fehlt dem Markt ein klarer bullischer Impuls. Unterstützung könnte weiterhin von den Energiemärkten oder wetterbedingten Problemen in Kanada kommen. Diese Faktoren erscheinen derzeit jedoch zu klein, um die Angebotsaussichten grundlegend zu verändern. Die kurzfristige Tendenz bleibt daher verhalten bis leicht negativ.
Getreidemärkte
Die Getreidemärkte konnten sich nach den Verlusten der Vorwoche zunächst stabilisieren. Im Mittelpunkt stand früh der USDA-WASDE-Bericht. Die US-Bestandsdaten lieferten ein gemischtes Bild: Während sich Winterweizen zügig entwickelte, verschlechterten sich die Zustandsbewertungen leicht. Beim Sommerweizen zeigte sich hingegen eine Verbesserung. Zur Wochenmitte dominierten Spekulationen über niedrigere US-Weizenerträge. Unterstützung kam zusätzlich von der weiterhin regen Exporttätigkeit der Europäischen Union. Der WASDE-Bericht bestätigte schließlich niedrigere Ertragserwartungen in den USA, insbesondere für HRW-Weizen. Entsprechend entwickelte sich HRW-Weizen deutlich fester als SRW-Weizen. Gleichzeitig verhinderten höhere Produktionsaussichten in Russland, der Ukraine und der Türkei stärkere Kursanstiege. Die Euronext konnte sich von den vorherigen Tiefständen lösen. Am Maismarkt standen zunächst die nahezu abgeschlossene Aussaat und die weiterhin guten Bestandsbewertungen im Fokus. Vor dem USDA-Bericht hielten sich viele Marktteilnehmer zurück. Zwar sorgten Erwartungen sinkender US-Endbestände kurzfristig für Unterstützung, letztlich überwogen jedoch die bärischen Vorgaben. Das USDA erhöhte die Produktionsschätzungen für Brasilien, Argentinien und Indien und hob die globale Maisproduktion an. Positiv wirkten weiterhin die starken Exportbuchungen der neuen US-Ernte. In Europa zeigte sich Mais vergleichsweise widerstandsfähig, obwohl die Produktionsprognosen zuletzt nach unten korrigiert wurden.
Bullish
Unterstützend wirkten niedrigere US-Weizenerträge, starke Exportnachfrage bei Weizen und Mais sowie rückläufige Maisflächen und niedrigere Produktionsprognosen in Europa.
Bearish
Belastend wirkten höhere Weizenproduktionen in Russland, der Türkei und der Ukraine, steigende Maisernten in Brasilien, Argentinien und Indien sowie weiterhin gute Vegetationsbedingungen in wichtigen US-Anbaugebieten.
Expertenmeinung
Der USDA-Bericht hat den Weizenmarkt kurzfristig stabilisiert, insbesondere im Segment des HRW-Weizens. Dennoch bleibt das globale Angebot ausreichend, sodass größere Aufwärtsbewegungen vorerst begrenzt erscheinen. Beim Mais überwiegt aktuell der Einfluss steigender Produktionsschätzungen außerhalb der USA. Gleichzeitig signalisiert die Exportnachfrage weiterhin eine solide Grundtendenz. In den kommenden Wochen dürfte das Wetter in den US-Anbaugebieten wieder stärker in den Fokus rücken. Insgesamt besitzt Weizen derzeit etwas mehr Unterstützungspotenzial als Mais.
Weekly Review KW24: South American Record Crop Weighs on Oilseeds – USDA Supports Wheat
Oilseed markets
Oilseed markets remained under pressure from exceptionally large South American supplies. The soy complex started the week with a cautious tone after disappointing US export data compared to both the previous week and last year. Market participants were also reluctant to establish new positions ahead of the USDA WASDE report. During the week, attention shifted increasingly toward global supply and demand prospects. Declining Chinese soybean imports were interpreted as a sign of weaker demand, while higher Brazilian export expectations reinforced the outlook for abundant global supplies. A temporary recovery in soybeans and soybean meal was supported by firmer crude oil prices and ongoing tensions in the Middle East. The WASDE report added further pressure as the USDA raised Argentina’s production estimate more than expected and maintained Brazil’s record crop at 180 million tonnes. At the same time, Conab increased its Brazilian crop estimate again. Consequently, the dominant theme remained the exceptionally large South American supply outlook. Canola and rapeseed received temporary support from flooding in parts of Canada, although this was insufficient to fully offset weakness in the soy complex.
Bullish
Support came from flooding in key Canadian canola-growing regions, temporarily firmer crude oil prices and continued geopolitical tensions in the Middle East.
Bearish
Pressure resulted from higher production estimates for Argentina and Brazil, weak US export performance and generally subdued demand signals.
Expert opinion
Market participants remain focused on the exceptional supply situation in South America. Current estimates from Brazil and Argentina suggest that ample supplies will remain available for world markets. As long as weather conditions across US growing regions remain favourable, there is little evidence of a strong bullish catalyst. Support may continue to come from energy markets or weather-related issues in Canada, but these factors currently appear too small to fundamentally alter the supply outlook. The short-term trend therefore remains neutral to slightly bearish.
Grain markets
Grain markets managed to stabilize after the previous week's losses. Attention quickly turned to the USDA WASDE report. US crop condition data provided mixed signals, with winter wheat ratings slipping slightly while spring wheat conditions improved. Midweek trading was dominated by expectations of lower US wheat yields. Additional support came from continued strong European Union export activity. The WASDE report ultimately confirmed lower US yield expectations, particularly for HRW wheat, which outperformed SRW wheat during the week. However, higher production prospects in Russia, Ukraine and Turkey prevented a stronger rally. Euronext wheat recovered from recent lows. In corn, attention initially focused on the nearly completed US planting campaign and generally favourable crop conditions. While expectations for lower US ending stocks offered some support, bearish factors ultimately prevailed. The USDA increased production estimates for Brazil, Argentina and India and raised global corn production forecasts. Strong export bookings for the new US crop remained supportive. European corn prices proved relatively resilient despite lower regional production forecasts.
Bullish
Support came from lower US wheat yield expectations, strong wheat and corn export demand, and reduced corn acreage and production forecasts in Europe.
Bearish
Pressure resulted from larger wheat crops in Russia, Turkey and Ukraine, higher corn production estimates in Brazil, Argentina and India, and favourable growing conditions across major US production regions.
Expert opinion
The USDA report has provided short-term support for wheat, particularly HRW wheat. Nevertheless, global supplies remain adequate, limiting upside potential for now. In corn, increasing production estimates outside the United States continue to dominate market sentiment. At the same time, export demand remains supportive. Weather developments across US growing regions are likely to become a more important driver in the coming weeks. Overall, wheat currently appears to have greater support potential than corn.