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Wochenrückblick KW25: Friedensabkommen belastet Ölsaaten – Exporthoffnungen stützen Weizen

  • vor 6 Tagen
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Wochenrückblick KW25: Friedensabkommen belastet Ölsaaten – Exporthoffnungen stützen Weizen


Ölsaatenmärkte

Der Sojakomplex startete mit einer Erholung in die Handelswoche, nachdem die Kurse in der Vorwoche deutlich unter Druck geraten waren. Unterstützung kam zunächst von einer technischen Gegenbewegung sowie einer freundlicheren Stimmung an den Finanzmärkten. Fundamental blieb das Umfeld jedoch von günstigen Wachstumsbedingungen in den US-Anbauregionen geprägt. Die Bestandsbewertungen verbesserten sich leicht und die Aussaat näherte sich ihrem Abschluss. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Markt durch den Bericht der US-Ölsaatenverarbeiter. Die Verarbeitungsmengen blieben hinter den Erwartungen zurück, während die Sojaölbestände niedriger ausfielen als prognostiziert. Zur Wochenmitte sorgten Spekulationen über mögliche größere Käufe Chinas am US-Markt für Unterstützung. Gleichzeitig bestätigten steigende brasilianische Exportprognosen die starke Konkurrenz auf dem Weltmarkt. Gegen Ende der Woche verloren die Hoffnungen auf chinesische Käufe an Bedeutung. Stattdessen rückte das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran in den Mittelpunkt. Die nachgebenden Rohölpreise belasteten den gesamten Pflanzenölsektor und damit auch Sojabohnen sowie Sojaschrot. Die Exportzahlen fielen insbesondere für die neue Ernte solide aus, konnten den negativen Einfluss der Energiemärkte jedoch nicht vollständig ausgleichen.

Am Canola- und Rapsmarkt dominierte ebenfalls der Druck vom Energiesektor. Schwache Rohölpreise belasteten die konkurrierenden Pflanzenöle und führten in Kanada zu mehreren Handelstagen mit Kursverlusten. Meldungen über schwierige Anbaubedingungen und Überschwemmungen in Teilen der kanadischen Prärieprovinzen rückten dadurch in den Hintergrund. Auch die Canola-Exporte lagen weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Der Rapsmarkt an der Euronext folgte zunächst dem schwachen internationalen Umfeld und gab deutlich nach. Erst zur Wochenmitte gelang eine kurze Stabilisierung, bevor die Notierungen zum Wochenschluss erneut unter Druck gerieten.


Bullish

Unterstützend wirkten die soliden Exportverkäufe von US-Sojabohnen der neuen Ernte, die niedriger als erwarteten Sojaölbestände sowie mögliche wetterbedingte Probleme in Teilen der kanadischen Canola-Anbaugebiete.


Bearish

Belastend wirkten die anhaltend günstigen Wachstumsbedingungen für US-Sojabohnen, steigende brasilianische Sojaexporte sowie die schwachen Rohölpreise und der daraus resultierende Druck auf den Pflanzenölsektor.


Expertenmeinung

Der Sojakomplex konnte sich zwar zwischenzeitlich von den Tiefständen der Vorwoche lösen, fand jedoch keine Grundlage für einen nachhaltigen Aufwärtstrend. Die Fundamentaldaten sprechen weiterhin für eine komfortable Versorgungslage. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach US-Sojabohnen ein wichtiger Stützungsfaktor, insbesondere für die neue Ernte. Entscheidend wird in den kommenden Wochen sein, ob sich die Exportdynamik fortsetzt und ob die Wetterbedingungen in den US-Anbaugebieten weiterhin günstig bleiben. Für Raps und Canola bleibt die Entwicklung an den Rohölmärkten ein wesentlicher Einflussfaktor. Solange dort kein nachhaltiger Aufwärtstrend entsteht, dürfte das Kurspotenzial begrenzt bleiben. Da sowohl die USA als auch der Iran ein Interesse an einer offenen Straße von Hormus haben, erscheint eine Rückkehr zu den Höchstständen am Rohölmarkt derzeit unwahrscheinlich.


Getreidemärkte

Die Weizenmärkte starteten mit einer Erholung in die neue Handelswoche, nachdem die Kurse zuvor deutlich unter Druck geraten waren. Unterstützung kam zunächst von technischen Käufen nach den Verlusten der Vorwoche. Fundamental blieb das Umfeld jedoch von einer insgesamt komfortablen Versorgungslage geprägt. Die US-Weizenexporte enttäuschten weiterhin, während sich die Zustandsbewertungen der Winterweizenbestände leicht verbesserten. Gleichzeitig schritt die Ernte in den USA deutlich schneller voran als im langjährigen Durchschnitt. Dabei zeigte sich ein differenziertes Bild. Während SRW-Weizen seine Gegenbewegung zunächst fortsetzen konnte, geriet HRW-Weizen zeitweise unter Druck, da die laufende Ernte besonders auf diese Sorte lastete. Zur Wochenmitte sorgten internationale Nachfrageimpulse für Unterstützung. Algerien schrieb größere Mengen Weizen aus und Berichte über mögliches chinesisches Interesse an französischem Weizen weckten Hoffnungen auf eine Belebung des Exportgeschäfts. Zusätzlich lagen die Weichweizenexporte der Europäischen Union weiterhin über dem Vorjahresniveau. Gegen Ende der Woche stabilisierte die Nachricht über umfangreiche algerische Käufe die Stimmung weiter. Die Euronext Paris konnte sich nach dem zwischenzeitlichen Fall unter 200 Euro je Tonne wieder oberhalb dieser Marke etablieren. Belastend wirkten allerdings weiterhin hohe Ernteerwartungen in Europa, Russland und der Ukraine sowie steigende Lagerprognosen in Frankreich.

Am Maismarkt stand die Frage im Mittelpunkt, wie groß die kommende US-Ernte ausfallen könnte. Zum Wochenbeginn sorgten robuste Exportzahlen und hohe Vorverkäufe der neuen Saison für Unterstützung. Gleichzeitig rückten jedoch deutlich höhere Flächenschätzungen in den Fokus, die teilweise sogar über den Erwartungen des USDA lagen. Zur Wochenmitte belasteten verbesserte Bestandsbewertungen sowie anhaltend günstige Wachstumsbedingungen im US-Maisgürtel. Umfangreiche Niederschläge in wichtigen Anbaugebieten stärkten die Aussicht auf hohe Erträge. Unterstützung erhielt der Markt zeitweise durch Berichte über eine rückläufige Maisfläche in Frankreich sowie stabile Entwicklungen im US-Ethanolsektor. Gegen Ende der Woche konzentrierte sich die Aufmerksamkeit erneut auf die Wetterprognosen. Weitere Niederschläge für große Teile der US-Anbauregionen bestätigten die Erwartungen einer gut versorgten Marktlage. Während die Notierungen in Chicago dadurch unter Druck blieben, konnte sich der Mais an der Euronext insgesamt behaupten und die Woche mit leichten Gewinnen abschließen.


Bullish

Unterstützend wirkten die umfangreichen Weizenkäufe Algeriens, die Aussicht auf zusätzliche Nachfrage nach französischem Weizen sowie die hohen Vorverkäufe von US-Mais für die neue Saison.


Bearish

Belastend wirkten die hohen Ernteerwartungen in Europa, Russland und der Ukraine, der schnelle Fortschritt der US-Winterweizenernte sowie die günstigen Wetterbedingungen und hohen Flächenschätzungen für US-Mais.


Expertenmeinung

Die Weizenmärkte haben sich in dieser Woche zwar stabilisiert, eine grundlegende Trendwende lässt sich daraus jedoch noch nicht ableiten. Die Versorgungsaussichten bleiben sowohl in Europa als auch im Schwarzmeerraum komfortabel. Gleichzeitig könnte eine Belebung des internationalen Exportgeschäfts verhindern, dass die Kurse erneut stark unter Druck geraten. Am Maismarkt dominiert weiterhin das Wettergeschehen in den USA. Solange die Niederschläge ausreichend bleiben und die Bestände ihren guten Zustand halten, dürfte das Aufwärtspotenzial begrenzt bleiben. Für die kommenden Wochen werden daher vor allem Ertragsaussichten und Exportnachfrage die Richtung vorgeben.

Weekly Review KW25: Peace Agreement Weighs on Oilseeds – Export Hopes Support Wheat


Oilseed markets

The soy complex started the week with a recovery after prices had come under significant pressure during the previous week. Initial support came from technical buying and a more positive sentiment across financial markets. Fundamentally, however, conditions remained dominated by favourable growing weather across US production regions. Crop ratings improved slightly and planting approached completion. Additional attention was directed toward the US oilseed processing report. Crush volumes came in below expectations, while soybean oil stocks were lower than anticipated. Midweek, speculation about larger Chinese purchases of US soybeans provided support. At the same time, increasing Brazilian export forecasts confirmed strong competition on the global market. Toward the end of the week, hopes for Chinese buying lost momentum. Instead, attention shifted to the peace agreement between the United States and Iran. Declining crude oil prices weighed on the entire vegetable oil sector and therefore on soybeans and soybean meal. Export sales, particularly for the new crop, remained solid but were unable to fully offset the negative influence from energy markets.

Canola and rapeseed markets were also dominated by pressure from the energy sector. Weak crude oil prices weighed on competing vegetable oils and resulted in several sessions of losses in Canada. Reports of difficult growing conditions and flooding across parts of the Canadian Prairies faded into the background. Canola exports also remained below year-ago levels. Rapeseed futures at Euronext initially followed the weaker international environment and declined sharply. A brief stabilization occurred in midweek trading before prices came under renewed pressure toward the end of the week.


Bullish

Support came from solid new-crop US soybean export sales, lower-than-expected soybean oil inventories and potential weather-related issues in parts of Canada’s canola-growing regions.


Bearish

Pressure resulted from favourable growing conditions for US soybeans, rising Brazilian soybean exports and weak crude oil prices, which weighed on the vegetable oil sector.


Expert opinion

Although the soy complex managed to recover from the previous week’s lows, it failed to establish a foundation for a sustainable rally. Fundamentals continue to point toward a comfortable supply situation. At the same time, demand for US soybeans remains an important supporting factor, especially for the new crop. The key questions in the coming weeks will be whether export momentum continues and whether weather conditions across US growing regions remain favourable. For rapeseed and canola, developments in crude oil markets remain a major driver. As long as a sustained uptrend in crude oil fails to emerge, upside potential is likely to remain limited. Since both the United States and Iran have an interest in keeping the Strait of Hormuz open, a return to previous crude oil highs currently appears unlikely.


Grain markets

Wheat markets began the week with a recovery after having been under significant pressure previously. Technical buying following the earlier losses provided initial support. Fundamentally, however, the market remained characterized by a comfortable global supply outlook. US wheat exports continued to disappoint, while winter wheat condition ratings improved slightly. At the same time, harvest progress in the United States advanced significantly faster than the long-term average. Market performance varied by wheat class. SRW wheat initially continued its recovery, while HRW wheat came under temporary pressure due to the advancing harvest. Midweek, international demand provided support. Algeria tendered for large wheat volumes and reports of potential Chinese interest in French wheat raised hopes for stronger export activity. In addition, European Union soft wheat exports continued to run above year-ago levels. Toward the end of the week, reports of substantial Algerian purchases helped stabilize market sentiment. Euronext wheat recovered above the 200 euro per tonne level after briefly falling below it. Nevertheless, high crop expectations in Europe, Russia and Ukraine, along with rising French stock forecasts, continued to weigh on prices.

In corn, attention focused on the size of the upcoming US crop. Strong export demand and large new-crop forward sales provided support early in the week. However, significantly larger acreage estimates, in some cases exceeding USDA expectations, also attracted attention. Midweek pressure came from improved crop ratings and continued favourable growing conditions across the US Corn Belt. Widespread rainfall reinforced expectations for strong yields. Temporary support came from reports of reduced corn acreage in France and stable conditions in the US ethanol sector. Toward the end of the week, focus returned to weather forecasts. Additional rainfall across large parts of US growing regions reinforced expectations of a well-supplied market. While Chicago corn remained under pressure, Euronext corn managed to hold firm and ended the week with modest gains.


Bullish

Support came from substantial Algerian wheat purchases, the prospect of additional demand for French wheat and strong forward sales of new-crop US corn.


Bearish

Pressure stemmed from high crop expectations in Europe, Russia and Ukraine, rapid progress in the US winter wheat harvest and favourable weather conditions together with large acreage estimates for US corn.


Expert opinion

Wheat markets have stabilized during the week, but there is not yet sufficient evidence for a lasting trend reversal. Supply prospects remain comfortable both in Europe and across the Black Sea region. At the same time, stronger international export activity could prevent prices from coming under renewed heavy pressure. In corn, weather conditions in the United States remain the dominant factor. As long as rainfall remains adequate and crop conditions stay favourable, upside potential is likely to remain limited. Yield prospects and export demand will therefore be the primary drivers in the weeks ahead.

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