Wochenrückblick KW21: Sojamärkte verlieren nach Handels Euphorie wieder an Schwung – China Hoffnung stützt Getreide nur kurzfristig
- 22. Mai
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Wochenrückblick KW21: Sojamärkte verlieren nach Handels Euphorie wieder an Schwung – China Hoffnung stützt Getreide nur kurzfristig
Ölsaatenmärkte
Der Sojakomplex stand in dieser Woche ganz im Zeichen der Handelsgespräche zwischen den USA und China. Zu Wochenbeginn sorgte die Aussicht auf zusätzliche chinesische Käufe von US-Agrargütern zunächst für kräftige Kursaufschläge bei Sojabohnen. Auslöser war die Ankündigung, dass Peking bis 2028 jährlich Agrargüter im Wert von mindestens 17 Milliarden US-Dollar importieren wolle. Da bestehende Sojabohnenabkommen von dieser Zielsetzung ausgenommen sein sollen, setzte an den Märkten zunächst eine breite Erholungsbewegung ein. Im weiteren Wochenverlauf ebbte die Euphorie jedoch wieder ab. Händler warteten zunehmend auf konkrete Vereinbarungen und nutzten die zuvor erzielten Gewinne für Verkäufe. Belastend wirkte zudem das weiterhin schnelle Vorankommen der US-Sojaaussaat. Die Feldarbeiten liegen sowohl über dem Vorjahresniveau als auch deutlich über dem Fünfjahresmittel. Zusätzlichen Druck erzeugten höhere brasilianische Export- und Verarbeitungsschätzungen. Gleichzeitig deuteten die chinesischen Importdaten auf eine starke Versorgung mit brasilianischer Ware hin.
Am Markt für Sojaschrot überwog ebenfalls eine schwächere Tendenz. Die enttäuschenden Verarbeitungszahlen der US-Branche konnten den Markt nur kurzfristig stützen. Palmöl erhielt zwischenzeitlich Unterstützung durch Spekulationen über eine festere Nachfrage, während Canola nach dem Feiertag in Kanada mit deutlichen Aufschlägen in die verkürzte Handelswoche startete. Raps an der Euronext zeigte sich zunächst freundlich, gab die Gewinne zur Wochenmitte jedoch wieder weitgehend ab.
Bullish
Unterstützend wirkten die Hoffnungen auf zusätzliche chinesische Käufe von US-Agrargütern sowie zeitweise feste Vorgaben bei Palmöl und Rohöl. Zusätzlich deutet die schwächere US-Verarbeitung auf ein rückläufiges Angebot bei Sojaprodukten hin.
Bearish
Belastend wirkten die sehr schnelle US-Sojaaussaat, höhere brasilianische Export- und Verarbeitungsschätzungen sowie das Fehlen konkreter Ergebnisse aus den Handelsgesprächen mit China.
Expertenmeinung
Die Märkte bleiben stark von politischen Entwicklungen zwischen Washington und Peking abhängig. Solange keine konkreten Kaufvereinbarungen veröffentlicht werden, dürfte die anfängliche Euphorie begrenzt bleiben. Gleichzeitig spricht das schnelle Vorankommen der US-Aussaat gegen eine nachhaltige Aufwärtsbewegung bei Sojabohnen. Die umfangreiche Versorgung aus Brasilien sorgt zusätzlich für Wettbewerbsdruck am Weltmarkt. Unterstützung könnte weiterhin von den Pflanzenölmärkten kommen, insbesondere falls Rohöl und Palmöl fest tendieren. Insgesamt erscheint kurzfristig eine eher schwankende bis leicht defensive Marktbewegung wahrscheinlich.
Getreidemärkte
Die Weizenmärkte standen im Wochenverlauf zunächst unter erheblichem Druck, nachdem Händler die Ergebnisse des China-USA-Gipfels zunächst als enttäuschend einstuften und gleichzeitig verbesserte Wetterprognosen für wichtige US-Anbaugebiete die Aussicht auf höhere Erträge stärkten. Besonders SRW- und HRW-Weizen gerieten zu Wochenbeginn unter Verkaufsdruck, ehe sich die Stimmung rasch drehte. Auslöser war die Veröffentlichung konkreterer Eckdaten zum Handelsabkommen zwischen Washington und Peking. Die Aussicht auf umfangreiche chinesische Käufe von US-Agrargütern sorgte zur Wochenmitte für eine kräftige Erholung an den US-Börsen. Zusätzliche Unterstützung erhielt der Markt durch die weiterhin historisch schwache Bewertung der US-Winterweizenbestände. Laut USDA erreichte der Anteil gut und ausgezeichnet bewerteter Flächen den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Gegen Ende der Woche rückten wieder verbesserte Niederschlagsaussichten für die Southern Plains sowie die Erwartung einer überdurchschnittlichen deutschen Getreideernte in den Vordergrund. Die Euronext in Paris konnte sich dennoch stabil behaupten.Beim Mais dominierten zunächst ebenfalls Sorgen über günstige Vegetationsbedingungen und die rasch voranschreitende US-Aussaat. Zeitweise sorgte die China-Euphorie auch hier für kräftige Kursaufschläge. Zum Wochenschluss stützten überraschend starke US-Exportverkäufe den Markt, während höhere Ernteprognosen aus Argentinien den Auftrieb begrenzten.
Bullish
Unterstützend wirkten die historisch schwachen US-Winterweizenbestände, die Aussicht auf umfangreiche chinesische Agrarkäufe sowie sehr starke US-Maisexportverkäufe.
Bearish
Belastend wirkten verbesserte Wetterbedingungen in wichtigen Anbaugebieten, der rasche Fortschritt der US-Maisaussaat sowie höhere Ernteerwartungen in Deutschland und Argentinien.
Expertenmeinung
Die Märkte bleiben stark von politischen und wetterbedingten Nachrichten abhängig. Vor allem beim Weizen dürfte der Zustand der US-Winterweizenbestände die Kurse weiterhin empfindlich auf Wetteränderungen reagieren lassen. Gleichzeitig zeigt die Woche, wie stark Handelsmeldungen aus China kurzfristige Rallys auslösen können. Beim Mais stehen die guten Aussaatbedingungen und die hohe globale Versorgung im Gegensatz zu den zuletzt robusten Exportzahlen aus den USA. Sollten sich die Niederschläge in den US-Plains verstetigen, könnte dies den Aufwärtsdrang beim Weizen begrenzen. Insgesamt bleibt das Marktumfeld kurzfristig volatil und stark nachrichtenabhängig.
Weekly review KW21: Soy markets lose momentum after trade optimism fades – China hopes support grains only temporarily
Oilseed markets
The soy complex this week was heavily influenced by trade talks between the United States and China. At the beginning of the week, expectations of additional Chinese purchases of US agricultural goods initially triggered strong gains in soybean prices. The rally was driven by the announcement that Beijing plans to import at least 17 billion US dollars worth of agricultural products annually by 2028. Since existing soybean agreements are reportedly excluded from this target, markets initially reacted with a broad recovery rally. As the week progressed, however, the optimism faded again. Traders increasingly waited for concrete agreements and used previous gains to take profits. Additional pressure came from the continued rapid pace of US soybean planting. Fieldwork remains ahead of both last year’s pace and the five-year average. Higher Brazilian export and processing estimates added further pressure, while Chinese import data pointed to strong supplies of Brazilian soybeans.
Soybean meal markets also remained under pressure. Weak US processing figures provided only temporary support. Palm oil received intermittent support from speculation about firmer demand, while canola posted strong gains after the Canadian holiday at the start of the shortened trading week. Rapeseed at Euronext initially traded firmer but gave back most of its gains by mid-week.
Bullish
Support came from hopes for additional Chinese purchases of US agricultural products as well as temporarily firmer palm oil and crude oil markets. Weaker US processing activity also suggests a potentially tighter supply of soy products.
Bearish
Pressure stemmed from the very rapid US soybean planting pace, higher Brazilian export and processing estimates and the lack of concrete results from the trade talks with China.
Expert opinion
Markets remain highly dependent on political developments between Washington and Beijing. As long as no concrete purchase agreements are announced, the initial optimism is likely to remain limited. At the same time, rapid US planting progress argues against a sustained upward move in soybean prices. Large supplies from Brazil continue to create strong competition on the global market. Additional support may continue to come from vegetable oil markets, especially if crude oil and palm oil remain firm. Overall, a volatile to slightly defensive market trend appears likely in the short term.
Grain markets
Wheat markets initially came under heavy pressure during the week as traders first viewed the results of the China-US summit as disappointing while improved weather forecasts for major US growing regions strengthened expectations for higher yields. SRW and HRW wheat were both under selling pressure early in the week before sentiment shifted quickly. The turnaround was triggered by the release of more concrete details regarding the trade agreement between Washington and Beijing. Expectations of substantial Chinese purchases of US agricultural goods sparked a strong recovery in US grain markets by mid-week. Additional support came from historically weak US winter wheat crop ratings. According to the USDA, the share of crops rated good to excellent fell to the lowest level in decades. Toward the end of the week, improved rainfall forecasts for the Southern Plains and expectations for an above-average German grain harvest returned to the forefront. Nevertheless, Euronext wheat remained relatively stable.
Corn markets were also initially influenced by favourable growing conditions and rapid US planting progress. Temporary China-related optimism triggered strong gains here as well. Toward the end of the week, unexpectedly strong US export sales supported prices, while higher crop forecasts from Argentina limited further upside.
Bullish
Support came from historically weak US winter wheat conditions, expectations of significant Chinese agricultural purchases and very strong US corn export sales.
Bearish
Pressure stemmed from improved weather conditions in major growing regions, rapid US corn planting progress and higher crop expectations in Germany and Argentina.
Expert opinion
Markets remain highly dependent on both political and weather-related developments. In wheat, the condition of the US winter wheat crop will likely continue to make prices highly sensitive to changing weather forecasts. At the same time, this week demonstrated how strongly trade headlines involving China can trigger short-term rallies. In corn, favourable planting conditions and large global supplies continue to contrast with recently robust US export demand. If rainfall in the US Plains becomes more consistent, upside potential in wheat could become more limited. Overall, markets are expected to remain volatile and highly headline-driven in the short term.