top of page

Wochenrückblick KW20: Enttäuschung über USA-China-Gipfel belastet Soja – WASDE treibt Getreidemärkte

  • 15. Mai
  • 7 Min. Lesezeit


Englisch version below.

Wochenrückblick KW20: Enttäuschung über USA-China-Gipfel belastet Soja – WASDE treibt Getreidemärkte


Ölsaatenmärkte

Die Ölsaatenmärkte starteten mit fester Tendenz in die Woche, da sich viele Marktteilnehmer vor der Veröffentlichung des WASDE-Berichts des US-Landwirtschaftsministeriums positionierten. Besonders Sojabohnen und Sojaschrot konnten an der Chicago Board of Trade deutlich zulegen. Unterstützung kam zunächst von der Hoffnung auf stabile bis leicht rückläufige US-Lagerbestände der alten Ernte. Zusätzlich sorgten starke chinesische Sojabohnenimporte für Optimismus. Im April importierte China 8,48 Mio. Tonnen Sojabohnen und damit deutlich mehr als im Vorjahr und im Vormonat. Auch Raps an der Euronext profitierte zunächst von der freundlichen Stimmung.


Zur Wochenmitte reagierten die Märkte positiv auf den WASDE-Bericht. Zwar erwartet das USDA für die kommende Saison eine größere US-Sojabohnenernte infolge steigender Flächen, gleichzeitig wird jedoch weiterhin von einer robusten globalen Nachfrage ausgegangen. Weltweit steuert der Markt laut USDA auf eine Rekordproduktion zu, angeführt von Brasilien und Argentinien. Trotz der höheren Produktion bleiben die globalen Lagerbestände vergleichsweise stabil. Auch Canola und Raps konnten zeitweise von den freundlichen Vorgaben profitieren.


Zum Wochenschluss drehte die Stimmung jedoch deutlich ins Negative. Auslöser war vor allem der Gipfel zwischen den USA und China in Peking. Viele Marktteilnehmer hatten auf neue umfangreiche Agrargeschäfte gehofft, nachdem US-Präsident Donald Trump mit einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation nach China gereist war. Im Verlauf der Gespräche wurde jedoch deutlich, dass Agrarfragen nur eine untergeordnete Rolle spielten. Die daraus resultierende Enttäuschung löste einen deutlichen Abverkauf bei Sojabohnen und Sojaschrot aus. Zusätzlich belasteten schwache US-Exportbuchungen sowie höhere brasilianische Ernte- und Exportprognosen. Wettermodelle mit Aussicht auf überdurchschnittliche Niederschläge im US-Mittleren Westen verstärkten den Druck zusätzlich. Canola und Raps folgten den schwachen Vorgaben des Sojamarktes ebenfalls nach unten.


Bullish

Unterstützend wirkten die hohen chinesischen Sojabohnenimporte, die weiterhin robuste globale Nachfrage sowie vergleichsweise stabile globale Lagerbestände trotz steigender Produktion.


Bearish

Belastend wirkten die Enttäuschung über ausbleibende Agrardeals zwischen den USA und China, höhere brasilianische Ernte- und Exportprognosen sowie schwache US-Exportbuchungen bei Sojabohnen.


Expertenmeinung

Der Sojamarkt dürfte kurzfristig stark von den politischen Entwicklungen zwischen den USA und China abhängig bleiben. Die jüngste Enttäuschung über ausbleibende Agrarvereinbarungen hat erneut gezeigt, wie sensibel der Markt auf handelspolitische Signale reagiert. Gleichzeitig deuten die hohen chinesischen Importzahlen darauf hin, dass die globale Nachfrage grundsätzlich robust bleibt. Belastend wirken jedoch die steigenden Produktionsprognosen aus Brasilien sowie die Aussicht auf eine erneut große US-Ernte. Entscheidend wird nun sein, ob die Wetterbedingungen in den US-Anbaugebieten günstig bleiben. Sollte sich die Versorgungslage weiter entspannen, dürften Erholungen am Markt vorerst begrenzt bleiben.


Getreidemärkte

Die Getreidemärkte standen in dieser Woche ganz im Zeichen des WASDE-Berichts des US-Landwirtschaftsministeriums. Bereits zu Wochenbeginn bauten Händler ihre Positionen deutlich aus, wodurch insbesondere die Weizennotierungen kräftig anzogen. Sowohl SRW-Weizen in Chicago als auch HRW-Weizen in Kansas legten deutlich zu. Unterstützung kam zusätzlich von einer verschlechterten Bewertung der US-Winterweizenbestände. Obwohl sich die Vegetation zügig entwickelte und die Ährenbildung deutlich über dem Durchschnitt lag, verschlechterte sich die Bewertung der Bestände erneut.


Zur Wochenmitte löste der WASDE-Bericht dann eine regelrechte Preisexplosion aus. Das USDA erwartet für die kommende Saison niedrigere US-Weizenflächen sowie schwächere Ertragserwartungen, wodurch die Aussicht auf eine kleinere US-Produktion stärker in den Vordergrund rückte. Die Weizenfutures an der CBoT reagierten mit massiven Aufschlägen. Sowohl SRW- als auch HRW-Weizen verzeichneten deutliche Kursgewinne. Auch an der Euronext sprangen die Kurse kräftig an. Zusätzliche Unterstützung kam von den internationalen Produktionsaussichten. In Argentinien rechnen die Börsen in Buenos Aires und Rosario wegen hoher Produktionskosten sowie geringerer Flächen mit einem deutlichen Rückgang der Weizenernte.


Zum Wochenschluss setzten jedoch deutliche Korrekturen ein. Belastend wirkte vor allem die enttäuschende Entwicklung des Treffens zwischen US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping. Die Hoffnungen auf stärkere Fortschritte im Agrarhandel erfüllten sich nicht, wodurch insbesondere der Sojamarkt unter Druck geriet. Diese negativen Vorgaben übertrugen sich auch auf Weizen und Mais, obwohl die fundamentalen Daten beim Weizen vergleichsweise freundlich blieben.


Am Maismarkt verlief die Woche insgesamt ebenfalls freundlich, wenn auch weniger dynamisch als beim Weizen. Bereits zu Wochenbeginn stützten solide Exportdaten sowie die Erwartungen an den WASDE-Bericht die Kurse. Das USDA prognostizierte für die kommende Saison eine kleinere US-Maisproduktion infolge geringerer Flächen und schwächerer Erträge. Gleichzeitig blieben die Lagerbestände hoch, wodurch stärkere Kursausschläge begrenzt wurden. Die Aussaat im US-Maisgürtel verlief weiterhin schnell und lag über dem Durchschnitt. Auch die Entwicklung der Pflanzen schritt zügig voran. Zum Wochenausklang geriet der Markt jedoch ebenfalls unter Druck. Enttäuschende US-Exportbuchungen sowie Wetterprognosen mit überdurchschnittlichen Niederschlägen im Sommer belasteten die Kurse deutlich.


Bullish

Unterstützend wirkten niedrigere US-Weizenflächen und schwächere Ertragserwartungen, schwache Ertragsprognosen für Kansas-Weizen sowie rückläufige Produktionsaussichten in Argentinien.


Bearish

Belastend wirkten schwache US-Maisexportbuchungen, Wetterprognosen mit höheren Niederschlägen im US-Maisgürtel sowie Gewinnmitnahmen nach der starken WASDE-Rally.


Expertenmeinung

Die Märkte dürften auch in den kommenden Wochen stark von Wetterentwicklungen beeinflusst bleiben. Besonders beim Weizen stehen die tatsächlichen Erträge in den südlichen US-Anbaugebieten zunehmend im Fokus. Sollten sich die schwachen Erwartungen aus Kansas bestätigen, könnte dies die Notierungen erneut stützen. Gleichzeitig zeigt die deutliche Korrektur zum Wochenschluss, dass die Märkte nach der WASDE-Rally anfällig für Rückschläge bleiben. Beim Mais richtet sich der Blick nun verstärkt auf die Vegetationsbedingungen im US-Maisgürtel. Sollten die erwarteten Niederschläge tatsächlich umfangreich ausfallen, könnte dies den Preisdruck kurzfristig erhöhen. Langfristig bleibt das globale Angebot jedoch enger als noch zu Jahresbeginn erwartet.


Weekly review KW20: Disappointment over US-China summit weighs on soy – WASDE drives grain markets


Oilseed markets

Oilseed markets started the week on a firm note as traders positioned themselves ahead of the USDA WASDE report. Soybeans and soybean meal in particular posted strong gains at the Chicago Board of Trade. Initial support came from expectations for stable to slightly lower old crop US soybean stocks. Strong Chinese soybean imports also boosted sentiment. In April, China imported 8.48 million tonnes of soybeans, significantly more than both the previous year and the previous month. Rapeseed at Euronext also benefited from the initially positive tone.


Mid-week, markets reacted positively to the WASDE report. Although the USDA expects a larger US soybean crop next season due to increased acreage, global demand is still projected to remain robust. According to the USDA, global production is heading toward a new record, led by Brazil and Argentina. Despite higher production, global ending stocks remain comparatively stable. Canola and rapeseed also benefited temporarily from the supportive market environment.


Toward the end of the week, sentiment shifted sharply lower. The main trigger was the summit between the United States and China in Beijing. Many traders had hoped for major new agricultural deals after President Donald Trump travelled to China with a high-ranking business delegation. During the talks, however, it became clear that agricultural issues played only a minor role. The resulting disappointment triggered a sharp sell-off in soybeans and soybean meal. Additional pressure came from weak US export bookings and higher Brazilian crop and export forecasts. Weather models projecting above-average rainfall across the US Midwest added further pressure. Canola and rapeseed followed the weaker soybean market lower.


Bullish

Support came from strong Chinese soybean imports, continued robust global demand and relatively stable global ending stocks despite rising production.


Bearish

Pressure stemmed from disappointment over the lack of agricultural agreements between the US and China, higher Brazilian crop and export forecasts and weak US soybean export bookings.


Expert opinion

In the short term, soybean markets are likely to remain highly dependent on political developments between the United States and China. The recent disappointment over the lack of agricultural agreements once again demonstrated how sensitive markets remain to trade-related signals. At the same time, strong Chinese import figures indicate that global demand remains fundamentally solid. However, rising production forecasts in Brazil and expectations for another large US crop continue to weigh on sentiment. Weather conditions in US growing regions will now become increasingly important. If supply prospects continue to improve, market recoveries may remain limited for the time being.


Grain markets

Grain markets this week were dominated by the USDA WASDE report. Early in the week, traders significantly expanded positions, leading to strong gains in wheat futures. SRW wheat in Chicago and HRW wheat in Kansas both moved sharply higher. Additional support came from worsening US winter wheat crop ratings. Although crop development remained rapid and heading progress stayed well above average, crop condition ratings declined once again.


Mid-week, the WASDE report triggered an explosive rally. The USDA projected lower US wheat acreage and weaker yield expectations for the upcoming season, increasing concerns over smaller US production. Wheat futures at the CBOT reacted with substantial gains, with both SRW and HRW wheat posting strong advances. Euronext wheat prices also surged higher. Additional support came from international production outlooks. In Argentina, the Buenos Aires and Rosario exchanges now expect a significant decline in wheat production due to high production costs and reduced acreage.


Toward the end of the week, however, markets corrected sharply. The disappointing outcome of the Trump-Xi summit weighed heavily on sentiment. Hopes for stronger progress in agricultural trade were not fulfilled, putting particular pressure on soybeans. These weaker signals spilled over into wheat and corn markets, despite comparatively supportive wheat fundamentals.


Corn markets also maintained a generally firm tone during the week, although gains were less pronounced than in wheat. Early in the week, solid export data and expectations surrounding the WASDE report supported prices. The USDA projected lower US corn production next season due to reduced acreage and weaker yields. At the same time, high stock levels limited stronger price rallies. Planting progress across the US Corn Belt remained rapid and above average, while crop development advanced quickly. By the end of the week, however, corn prices also came under pressure from disappointing US export bookings and forecasts for above-average summer rainfall.


Bullish

Support came from lower US wheat acreage and weaker yield expectations, poor yield prospects for Kansas wheat and declining production outlooks in Argentina.


Bearish

Pressure stemmed from weak US corn export bookings, wetter weather forecasts for the US Corn Belt and profit-taking following the strong WASDE rally.


Expert opinion

Markets are likely to remain heavily influenced by weather developments in the coming weeks. In wheat, actual yields in the southern US growing regions are increasingly becoming the key focus. If weak expectations from Kansas are confirmed, prices could receive further support. At the same time, the sharp correction at the end of the week highlights how vulnerable markets remain following the WASDE rally. In corn, attention is now shifting more toward vegetation conditions across the US Corn Belt. If forecast rainfall materialises, additional short-term pressure could emerge. Longer term, however, global supply remains tighter than expected earlier this year.

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
bottom of page