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Wochenrückblick KW09: Zollurteil verunsichert Soja – Wetterwende bremst Weizenrally

  • 2. März
  • 6 Min. Lesezeit


Englisch version below.

Wochenrückblick KW09: Zollurteil verunsichert Soja – Wetterwende bremst Weizenrally


Ölsaatenmärkte

Der Sojamarkt startete unter dem Eindruck des Zollurteils des obersten US-Gerichts verunsichert in die Woche. An der Chicago Board of Trade gerieten die Bohnen zu Wochenbeginn unter Druck, da Marktteilnehmer befürchteten, China könne sich verstärkt günstigeren Offerten aus Brasilien und Argentinien zuwenden. Schwache US-Exportzahlen verstärkten diese Skepsis. Die Verschiffungen blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück, und der Saisonwert markierte ein Mehrjahrestief. Auch Sojaschrot konnte sich diesem Umfeld zunächst nicht entziehen.

Zur Wochenmitte hellte sich die Stimmung jedoch auf. Aussagen aus Peking, wonach keine sofortigen Gegenmaßnahmen geplant seien und Gesprächsbereitschaft signalisiert werde, ließen die Notierungen anziehen. Gleichzeitig senkte die brasilianische Handelsvereinigung ANEC ihre Februarprognose für Sojabohnen und Sojaschrot. Gerüchte über mögliche chinesische Großkäufe trieben die Bohnen zeitweise auf ein Dreimonatshoch. Belastend blieb jedoch der wachsende Preisabstand zwischen brasilianischer und US-Ware.

Gegen Ende der Woche überwogen erneut Zweifel. Weitere durchwachsene USDA-Exportmeldungen, die Aussicht auf eine brasilianische Rekordernte sowie Unsicherheiten rund um die künftige US-Biokraftstoffpolitik dämpften die Kauflaune. Auch ein mögliches Spitzentreffen zwischen Washington und Peking steht offenbar auf der Kippe.

Am Canolamarkt in Winnipeg setzte sich der Aufwärtstrend zunächst fort, bevor eine Verschnaufpause eintrat. Die Verarbeitung in Kanada lag im Januar über Vorjahr, während die Anlieferungen rückläufig waren. Zum Wochenschluss stabilisierten sich die Kurse wieder. An der Euronext zeigte sich Raps schwankend und folgte insgesamt den internationalen Vorgaben.


Bullish

Stützend wirkten die Gesprächsbereitschaft Chinas sowie Gerüchte über mögliche Großkäufe von US-Sojabohnen. Zudem sorgte eine robuste Canola-Verarbeitung in Kanada für Unterstützung im Ölsaatenkomplex.


Bearish

Belastend blieben schwache US-Exportzahlen mit einem niedrigen Saisonwert, der Preisvorteil brasilianischer Ware gegenüber US-Angeboten sowie Unsicherheiten über US-Biokraftstoffmandate und politische Spannungen.


Expertenmeinung

Die Märkte bleiben stark von handelspolitischen Schlagzeilen abhängig. Solange keine klaren und bestätigten Kaufimpulse aus China vorliegen, dürfte jeder Preisanstieg anfällig für Rückschläge bleiben. Die große brasilianische Ernte wirkt als stetiges Gegengewicht zu Hoffnungen auf eine Belebung der US-Nachfrage. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Kursspitzen, wie schnell sich die Stimmung drehen kann. Für die kommenden Wochen ist daher mit erhöhter Volatilität zu rechnen. Entscheidend wird sein, ob konkrete Abschlüsse die jüngsten Hoffnungen untermauern.


Getreidemärkte

Der Weizen setzte seine vorangegangene Rally zu Wochenbeginn zunächst fort, bevor sich das Bild drehte. An der CBoT kletterte der SRW-Mai auf ein Mehrmonatshoch, gestützt von anhaltenden Sorgen um Trockenheit in den US-Plains sowie Unsicherheiten nach dem Zollurteil des Obersten Gerichtshofs. HRW-Weizen profitierte zunächst ebenfalls, geriet im weiteren Wochenverlauf jedoch deutlicher unter Druck. Mit verbesserten Wetterprognosen, angekündigten Niederschlägen und steigenden Temperaturen wich die zuvor eingepreiste Wetterprämie zunehmend aus dem Markt. Zur Wochenmitte dominierte eine abwartende Haltung, bevor SRW gegen Ende der Woche wieder zulegen konnte, während HRW weiter nachgab.

International sorgte rege Tenderaktivität für Aufmerksamkeit. Algerien sicherte sich laut Händlern rund 600.000 Tonnen Mahlweizen zu C&F-Preisen von 259 bis 260 US-Dollar je Tonne, mutmaßlich aus dem Schwarzmeerraum. Frankreich blieb außen vor. Zudem schrieben Saudi-Arabien und Jordanien größere Mengen aus. Die US-Exportdaten fielen uneinheitlich aus und konnten die Kurse nur phasenweise stützen. An der Euronext näherte sich der Mai-Kontrakt kurzzeitig der Marke von 200 Euro, gab zwischenzeitlich nach und beendete die Woche etwas fester.

Mais zeigte sich vergleichsweise stabil. Sehr starke US-Exportinspektionen zu Wochenbeginn sowie robuste Ethanol-Daten stützten. Schwächere Exportbuchungen bremsten zwar zwischenzeitlich, doch internationale Käufe aus der Türkei und Südkorea sowie ein größerer Verkauf an Japan hielten die Notierungen insgesamt im Aufwind. An der Euronext bewegte sich der Juni-Kontrakt in enger Spanne seitwärts mit leichter Erholung zum Wochenschluss.

 

Bullish

Unterstützend wirkten umfangreiche internationale Weizen- und Mais-Tender sowie eine hohe US-Ethanolerzeugung.


Bearish

Belastend wirkten enttäuschende US-Exportbuchungen bei Weizen und Mais, verbesserte Wetterprognosen in den US-Plains sowie ein starker Euro.


Expertenmeinung

Die Märkte haben einen Teil der zuvor eingepreisten Wetterprämie im Weizen wieder abgegeben. Sollten die angekündigten Niederschläge in den US-Plains eintreffen, dürfte der Abgabedruck vor allem bei HRW anhalten. Gleichzeitig zeigt die rege Nachfrage aus Nordafrika und dem Nahen Osten, dass auf dem aktuellen Preisniveau Kaufinteresse besteht. Beim Mais bleibt die Exportdynamik der zentrale Stützpfeiler. Kurzfristig erscheint eine Seitwärtsbewegung mit erhöhter Volatilität wahrscheinlich, wobei neue Wetterrisiken oder weitere Großtender rasch für Richtungswechsel sorgen könnten.


Weekly review KW09: Tariff ruling unsettles soy – weather shift slows wheat rally


Oilseed markets

The soy market began the week unsettled by the ruling of the US Supreme Court on tariffs. Soybeans at the Chicago Board of Trade came under pressure early in the week as market participants feared China could shift more demand toward cheaper offers from Brazil and Argentina. Weak US export data reinforced this scepticism, with shipments falling well short of expectations and the seasonal pace marking a multi-year low. Soybean meal also struggled in this environment.

Mid-week, sentiment improved noticeably. Statements from Beijing signalling no immediate countermeasures and a willingness to engage in talks lifted prices. At the same time, Brazil’s trade association ANEC lowered its February export forecast for soybeans and soybean meal. Rumours of potential large-scale Chinese purchases briefly pushed soybeans to a three-month high. However, the widening price gap between Brazilian and US supplies remained a limiting factor.

Toward the end of the week, doubts resurfaced. Mixed USDA export reports, expectations of a record Brazilian harvest and uncertainty regarding future US biofuel policy dampened buying interest. A potential high-level meeting between Washington and Beijing also appeared uncertain.

Canola in Winnipeg initially extended its upward trend before taking a breather. Canadian crush in January exceeded last year’s level while deliveries declined. Prices stabilised again toward week’s end. Rapeseed at Euronext traded unevenly, largely following international developments.


Bullish

Support came from China’s willingness to engage in dialogue and rumours of possible large soybean purchases, as well as robust Canadian canola crush data.


Bearish

Pressure stemmed from weak US export figures with a low seasonal pace, the price advantage of Brazilian supplies over US offers and ongoing uncertainty surrounding US biofuel mandates and political tensions.


Expert opinion

Markets remain highly sensitive to trade policy headlines. Without confirmed buying signals from China, any price rally is likely to remain vulnerable to setbacks. The large Brazilian harvest continues to counterbalance hopes of stronger US demand. At the same time, recent price spikes illustrate how quickly sentiment can shift. Elevated volatility is therefore likely in the coming weeks, with concrete trade deals being crucial to sustain recent optimism.


Grain markets

Wheat initially extended its previous rally at the start of the week before momentum faded. SRW May futures at the CBOT reached a multi-month high, supported by ongoing drought concerns in the US Plains and uncertainty following the tariff ruling. HRW wheat also gained early but came under stronger pressure later in the week. Improved weather forecasts, expected rainfall and rising temperatures gradually removed part of the weather premium from the market. Mid-week trading turned cautious before SRW recovered toward the end of the week while HRW continued to soften.International tender activity attracted attention. Algeria reportedly purchased around 600,000 tonnes of milling wheat at C&F prices between 259 and 260 US dollars per tonne, likely from the Black Sea region, with France absent. Saudi Arabia and Jordan also issued larger tenders. US export data were mixed and only intermittently supportive. At Euronext, the May contract briefly approached the 200-euro mark, eased mid-week and ended slightly firmer.Corn remained comparatively stable. Very strong US export inspections early in the week and robust ethanol data provided support. Although weaker export bookings temporarily weighed on prices, international purchases from Turkey and South Korea and a larger sale to Japan kept the overall tone constructive. At Euronext, June futures traded sideways within a narrow range, with a modest recovery at week’s end.


Bullish

Supportive factors included substantial international wheat and corn tenders and high US ethanol production.


Bearish

Negative influences included disappointing US export bookings for wheat and corn, improved weather forecasts in the US Plains and a strong euro.


Expert opinion

Markets have already given back part of the weather premium in wheat. If the forecast rainfall in the US Plains materialises, pressure on HRW wheat could persist. At the same time, active demand from North Africa and the Middle East indicates buying interest at current price levels. In corn, export momentum remains the key pillar of support. In the short term, sideways trading with elevated volatility appears likely, as new weather risks or additional large tenders could quickly shift market direction.


RSM fob Lower Rhine – 27/02/26 (CW 09)

This week traded:

Figures show the lowest and highest traded price of the week.

02/26: –

03/26: 227.0 € (Wed) – 232.0 € (Mon/Wed)

04/26: 225.0 € (Wed) – 230.0 € (Tue)

05–07/26: 224.0 € (Wed/Thu) – 228.0 € (Mon)

08–10/26: 205.0 € (Tue) – 208.0 € (Wed)

11–01/26–27: 215.0 € (Tue) – 218.0 € (Wed)

02–04/27: 222.5 € (Mon)

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