Wochenrückblick KW08: Zahlenflut aus den USA hält Ölsaaten auf Kurs – Russland bremst Weizen
- 20. Feb.
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Wochenrückblick KW08: Zahlenflut aus den USA hält Ölsaaten auf Kurs – Russland bremst Weizen
Ölsaatenmärkte
Der Sojakomplex startete mit festem Grundton in die Woche. An der CBoT legten Sojabohnen und Sojaschrot zu, getragen von der Erwartung der vielbeachteten NOPA-Zahlen. Schwächere USDA-Exportdaten, die unter dem Vorjahresniveau lagen, rückten zunächst in den Hintergrund. Nach dem Feiertag in den USA konzentrierte sich der Markt vollständig auf die Verarbeitungsdaten. NOPA meldete für Januar eine höhere Verarbeitung als vom Markt erwartet, was den Kursen Stabilität verlieh. Gleichzeitig stiegen die Sojaölbestände deutlich gegenüber dem Vormonat und lagen klar über dem Vorjahreswert. Dies bremste den Ölmarkt und dämpfte zwischenzeitlich auch die Entwicklung bei Sojaschrot.
Zur Wochenmitte bestimmten Exportmeldungen das Geschehen. Die wöchentlichen US-Verschiffungen lagen spürbar über dem Vorjahreswert, mit China als wichtigstem Abnehmer. Dies verlieh dem Markt zusätzlichen Rückhalt. Aus Südamerika kamen gemischte Signale. Die brasilianischen Exporte im Februar werden weiterhin hoch eingeschätzt und deutlich über Vorjahr gesehen, auch wenn die Prognose leicht reduziert wurde.
Gegen Ende der Woche sorgte das Agricultural Outlook Forum des USDA für ein umfangreiches Zahlenpaket. Die geplante Ausweitung der US-Anbaufläche für 2026 sowie eine höhere Produktionsprognose entsprachen weitgehend den Markterwartungen. Gleichzeitig berichtete der IGC von steigenden globalen Lagerbeständen bei Sojabohnen. Dennoch hielten sich die Kurse freundlich, was auf eine weiterhin robuste Nachfrage schließen lässt. Canola in Winnipeg zeigte sich schwankend, während Raps an der Euronext nach zwischenzeitlicher Schwäche zum Wochenschluss deutlich zulegte.
Im Hintergrund bleibt die geopolitische Lage ein Unsicherheitsfaktor. Eine mögliche Eskalation im Nahen Osten hätte unmittelbare Auswirkungen auf den Energiemarkt und könnte indirekt auch den Ölsaatenkomplex beeinflussen.
Bullish
Stützend wirkten die höher als erwartete NOPA-Verarbeitung sowie kräftige US-Exportverschiffungen über dem Vorjahresniveau, insbesondere mit China als Hauptabnehmer.
Bearish
Belastend wirkten deutlich gestiegene Sojaölbestände, die erwartete Ausweitung der US-Sojabohnenfläche sowie höhere globale Sojabohnenlager laut IGC.
Expertenmeinung
Der Markt verarbeitet derzeit eine Fülle an Daten ohne klaren Richtungsentscheid. Robuste Verarbeitung und starke Exporte sprechen für eine solide Nachfragebasis. Gleichzeitig deutet die geplante Flächenausweitung in den USA auf ein komfortableres Angebot im kommenden Jahr hin. Entscheidend wird sein, wie sich die südamerikanischen Exporte tatsächlich entwickeln und ob die US-Nachfrage ihr Tempo halten kann. Kurzfristig bleibt der Sojakomplex stabil, mittelfristig könnte ein größeres Angebot jedoch bremsend wirken. Geopolitische Entwicklungen könnten jederzeit zusätzliche Volatilität erzeugen.
Getreidemärkte
Mit kräftigem Rückenwind startete der Weizenmarkt in die Woche. An der CBoT legte der Märzkontrakt zum Ende der Vorwoche deutlich zu, vor allem getragen vom SRW-Termin, während HRW ebenfalls fester tendierte. Treiber waren robuste US-Exporte, die im laufenden Jahr klar über dem Vorjahr liegen, sowie positive Einschätzungen aus Frankreich mit hohen Anteilen gut bis ausgezeichnet bewerteter Bestände. An der Euronext zeigte sich Weizen zunächst verhaltener.
Zur Wochenmitte gerieten die Kurse in Chicago unter Druck, nachdem neue, teils höhere Ernteschätzungen für Russland von Ikar und SovEcon veröffentlicht wurden und damit das Angebotsthema wieder stärker in den Fokus rückte. Auch die EU-Exportzahlen lagen über Vorjahr, konnten jedoch keinen nachhaltigen Impuls setzen.
Gegen Ende der Woche brachte das USDA Agricultural Outlook Forum neue Impulse. Die erwartete US-Weizenfläche wurde leicht unter dem Vorjahresniveau gesehen, die Produktion etwas niedriger prognostiziert, insgesamt jedoch im Rahmen der Erwartungen. In Kombination mit rückläufigen globalen Weizenlagerbeständen laut IGC drehte der Markt wieder ins Plus, wovon SRW und HRW gleichermaßen profitierten. An der Euronext zog der Märzkontrakt ebenfalls spürbar an.
Mais zeigte sich deutlich ruhiger. Nach einem festen Wochenauftakt folgte zur Wochenmitte Druck durch schwächere wöchentliche US-Exportzahlen sowie fortschreitende Erntearbeiten in Brasilien, auch wenn diese hinter dem Vorjahr zurückliegen. Das USDA stellte für 2026 eine kleinere Anbaufläche in Aussicht, was stützend wirkte, während hohe globale Lager laut IGC das Aufwärtspotenzial begrenzten. Insgesamt bewegte sich Mais seitwärts mit leichten Ausschlägen.
Bullish
Unterstützend wirkten starke US-Weizenexporte über Vorjahresniveau, leicht geringere US-Anbauflächenprognosen bei Weizen und Mais sowie rückläufige globale Weizenlager laut IGC.
Bearish
Belastend wirkten höhere russische Ernteprognosen, hohe globale Maislagerbestände sowie schwächere wöchentliche US-Maisexporte.
Expertenmeinung
Die Märkte reagieren derzeit sensibel auf neue Ernteschätzungen. Während höhere russische Prognosen Druck erzeugen, sorgen etwas engere US-Flächenerwartungen für Stabilisierung. Entscheidend dürfte bleiben, ob sich die Exportdynamik bei Weizen fortsetzt. Beim Mais richtet sich der Blick verstärkt auf Südamerika und die tatsächliche US-Flächenentwicklung. Kurzfristig erscheint Weizen etwas fester, während Mais weiterhin in einer breiten Spanne tendieren dürfte.
Weekly review KW08: Data flood from the US keeps oilseeds on track – Russia weighs on wheat
Oilseed markets
The soy complex started the week on a firm footing. Soybeans and soybean meal at the CBOT advanced, supported by anticipation of the closely watched NOPA figures. Weaker USDA export data, which came in below last year’s level, were initially overlooked. After the US holiday, market attention shifted fully to processing data. NOPA reported January crush figures above expectations, lending stability to prices. At the same time, soybean oil stocks increased significantly month-on-month and stood clearly above last year’s level, weighing on the oil market and temporarily capping gains in soybean meal.
Mid-week, export news dominated trading. Weekly US shipments were noticeably above last year’s level, with China as the main destination, providing additional support. Signals from South America were mixed. Brazilian February exports are still seen well above last year, although forecasts were slightly trimmed.
Towards the end of the week, the USDA Agricultural Outlook Forum delivered a comprehensive set of projections. The planned expansion of US soybean acreage for 2026 and higher production forecasts largely met market expectations. Meanwhile, the IGC reported rising global soybean stocks. Despite this, prices remained firm, pointing to resilient demand. Canola in Winnipeg traded unevenly, while rapeseed at Euronext rebounded strongly towards the end of the week. Geopolitical tensions remain a background risk with potential spillover effects into energy and oilseed markets.
Bullish
Support came from stronger-than-expected NOPA crush data and robust US export shipments above last year’s level, particularly to China.
Bearish
Pressure stemmed from sharply rising soybean oil inventories, the expected expansion of US soybean acreage and higher global soybean stocks reported by the IGC.
Expert opinion
Markets are currently digesting a flood of data without a clear directional bias. Strong processing activity and export performance underline solid demand. At the same time, projected acreage expansion in the US suggests more comfortable supply next season. The key will be actual export flows from South America and whether US demand momentum can be maintained. In the short term, the soy complex remains stable, while medium-term supply prospects could limit upside. Geopolitical developments may add further volatility.
Grain markets
Wheat markets began the week with strong momentum. The March contract at the CBOT rose sharply at the end of the previous week, led mainly by SRW wheat, with HRW also firm. Drivers included robust US exports running clearly above last year’s pace and favourable crop assessments in France. At Euronext, wheat was initially more restrained.
Mid-week, Chicago prices eased after higher Russian crop forecasts from Ikar and SovEcon refocused attention on supply. EU exports were also above last year’s level but failed to generate lasting momentum.
Towards the end of the week, the USDA Agricultural Outlook Forum provided fresh impulses. US wheat acreage was projected slightly below last year, and production was seen somewhat lower but broadly in line with expectations. Combined with declining global wheat stocks reported by the IGC, the market turned positive again. Euronext followed the firmer trend.
Corn remained comparatively calm. After a firm start, prices faced mid-week pressure from weaker weekly US export figures and advancing Brazilian harvest progress, despite remaining behind last year’s pace. The USDA projected smaller US acreage for 2026, offering support, while high global stocks reported by the IGC capped gains. Overall, corn traded sideways with moderate fluctuations.
Bullish
Supportive factors included strong US wheat exports above last year’s level, slightly lower US acreage projections for wheat and corn, and declining global wheat stocks according to the IGC.
Bearish
Negative influences included higher Russian crop forecasts, elevated global corn stocks and weaker weekly US corn exports.
Expert opinion
Markets remain highly sensitive to updated crop projections. While higher Russian forecasts exert pressure, tighter US acreage expectations offer some stability. The key question is whether wheat export momentum can be sustained. In corn, attention is increasingly focused on South America and actual US planting decisions. In the short term, wheat appears slightly firmer, while corn is likely to continue trading within a broad range.