Wochenrückblick KW07: Qualitätsrisiken in Argentinien stützen Soja – Exportimpulse treiben Weizen
- 13. Feb.
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Wochenrückblick KW07: Qualitätsrisiken in Argentinien stützen Soja – Exportimpulse treiben Weizen
Ölsaatenmärkte
Der Sojakomplex startete mit leichten Gewinnen in die Woche, geprägt vom aktuellen WASDE-Bericht. Zu Beginn gerieten die Notierungen jedoch zunächst unter Druck, belastet durch schwächere US-Exportinspektionen und einen weiterhin deutlichen Rückstand der Ausfuhren gegenüber dem Vorjahr. Zwar erreichten die bisherigen Exporte rund achtzig Prozent der offiziellen Prognose, doch bleibt das Tempo unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Der WASDE selbst brachte nur geringe Überraschungen. Die US-Endbestände blieben unverändert, während die weltweiten Lager leicht angehoben wurden. Erwartete Anpassungen in Südamerika bestätigten sich weitgehend. Für Brasilien wurde eine höhere Produktion angesetzt, während die Schätzung für Argentinien stabil blieb.
In der zweiten Wochenhälfte gewannen die Kurse jedoch spürbar an Dynamik. Robuste Erwartungen an die US-Exportverkäufe sowie neue Ernteschätzungen aus Südamerika wirkten stützend. Conab hob die brasilianische Sojabohnenernte deutlich an. Gleichzeitig verschlechterte sich in Argentinien die Qualitätsbewertung merklich, da der Anteil gut oder ausgezeichnet eingestufter Flächen zurückging. Diese Entwicklung relativierte die mengenmäßige Stabilität und verlieh den Preisen zusätzlichen Halt. Sojaschrot folgte der festen Tendenz. Canola zeigte sich in Winnipeg wechselhaft, während Raps an der Euronext insgesamt stabil tendierte. Palmöl gab in Asien weiter nach und setzte damit ein Gegengewicht im Pflanzenölkomplex. Insgesamt verabschiedete sich der Sojakomplex mit einer freundlichen Grundtendenz aus der Woche.
Bullish
Unterstützend wirkten die angehobene brasilianische Ernteschätzung, die verschlechterte Qualitätsbewertung der Sojabestände in Argentinien sowie die feste Entwicklung bei Sojaschrot, die dem gesamten Komplex Stabilität verlieh.
Bearish
Belastend blieben die deutlich unter dem Vorjahresniveau liegenden US-Exporte, leicht erhöhte weltweite Sojabestände laut WASDE sowie die schwache Tendenz bei Palmöl, die den Pflanzenölkomplex insgesamt dämpfte.
Expertenmeinung
Der Markt hat den weitgehend neutralen WASDE-Bericht zügig verarbeitet und richtet den Blick wieder verstärkt auf Südamerika. Die höhere brasilianische Produktion wirkt grundsätzlich belastend, doch Qualitätsprobleme in Argentinien schaffen ein Gegengewicht. Entscheidend bleibt die weitere Entwicklung der US-Exportdynamik. Sollte sich die Nachfrage stabilisieren, könnte der Sojakomplex seine freundliche Tendenz behaupten. Ohne neue Impulse aus China oder vom Währungsmarkt dürfte das Aufwärtspotenzial jedoch begrenzt bleiben. Kurzfristig erscheint eine volatile Seitwärtsbewegung mit leicht positiver Ausrichtung wahrscheinlich.
Getreidemärkte
Die Getreidemärkte starteten mit schwachen Vorgaben in die Woche, ebenfalls im Zeichen des WASDE-Berichts. Bei Weizen gaben die Notierungen zu Wochenbeginn sowohl in Chicago als auch an der Euronext nach. Der Bericht brachte moderate Anpassungen. Die weltweiten Lagerbestände wurden etwas niedriger ausgewiesen als im Januar und lagen unter den durchschnittlichen Erwartungen. Anpassungen in Kanada, Argentinien und der EU blieben jedoch in einem Rahmen, der keine unmittelbare Trendwende auslöste. Erst zur Wochenmitte gewann der Markt an Dynamik. Robuste US-Exportverkäufe über den Erwartungen sowie Wetterrisiken für Winterweizen in Russland sorgten für deutliche Aufschläge bei SRW- und HRW-Weizen. An der Euronext folgte der März-Kontrakt dem positiven Impuls. Gleichzeitig dämpften höhere französische Weizenlager und gesenkte Exportprognosen für die EU das Aufwärtspotenzial.
Mais bewegte sich zunächst kaum. Der WASDE reduzierte die US-Endbestände leicht, auch die weltweiten Lager wurden etwas niedriger angesetzt, die Anpassungen blieben jedoch überschaubar. Stützend wirkten starke US-Exportzahlen im bisherigen Wirtschaftsjahr sowie ein gemeldeter Einzelverkauf. Impulse kamen zudem vom Energiemarkt, da die Ethanolproduktion deutlich anzog. Gegen Ende der Woche unterstützte zusätzlich eine geringere brasilianische Ernteschätzung, nachdem Conab die Prognose für die zweite Ernte senkte. Insgesamt gingen Weizen und Mais mit fester Tendenz aus der Woche.
Bullish
Stützend wirkten US-Exportverkäufe über Markterwartung, Wetterrisiken für Winterweizen in Russland sowie niedrigere globale Mais- und Weizenbestände im WASDE-Bericht.
Bearish
Belastend wirkten höhere französische Weizenlager, gekürzte EU-Exportprognosen sowie insgesamt nur moderate Anpassungen im WASDE, die keine klare Trendwende signalisierten.
Expertenmeinung
Nach dem verhaltenen WASDE-Bericht haben die Märkte neue Impulse vor allem aus dem Exportgeschäft gezogen. Sollte sich die Dynamik bei den US-Verkäufen fortsetzen, könnte dies die Kurse weiter stabilisieren. Das Wetter in Russland bleibt ein Unsicherheitsfaktor mit potenziell preistreibender Wirkung. Gleichzeitig begrenzen komfortable Lagerbestände in Teilen Europas größere Aufschläge. Beim Mais rückt die Entwicklung in Brasilien stärker in den Fokus. Insgesamt erscheint eine seitwärts bis freundlich gerichtete Tendenz wahrscheinlich, sofern keine neuen Überraschungen auftreten.
Weekly review KW07: Quality risks in Argentina support soy – export momentum lifts wheat
Oilseed markets
The soy complex began the week with slight gains, shaped by the latest WASDE report. At the start, prices came under pressure due to weaker US export inspections and a continued lag in shipments compared to the previous year. Although cumulative exports have reached around eighty percent of the official forecast, the pace remains below the five-year average. The WASDE itself delivered few surprises. US ending stocks remained unchanged, while global inventories were slightly increased. Expected adjustments in South America were largely confirmed. Brazil’s production estimate was raised, while Argentina’s forecast remained stable.
In the second half of the week, prices gained noticeable momentum. Robust expectations for US export sales and updated crop estimates from South America provided support. Conab significantly increased its estimate for Brazil’s soybean harvest. At the same time, crop quality in Argentina deteriorated, as the share of good or excellent ratings declined markedly. This development offset the stable production outlook and lent additional support to prices. Soybean meal followed the firmer trend. Canola in Winnipeg traded unevenly, while rapeseed at Euronext remained broadly stable. Palm oil continued to weaken in Asia, acting as a counterweight within the vegetable oil complex. Overall, the soy complex ended the week with a positive underlying tone.
Bullish
Support came from the upward revision of Brazil’s soybean crop, the deteriorating quality ratings of Argentine soybeans and the firm performance of soybean meal, which provided stability across the complex.
Bearish
Downside pressure stemmed from US exports remaining well below last year’s level, slightly higher global soybean stocks according to WASDE and the weak trend in palm oil, which weighed on the broader vegetable oil market.
Expert opinion
The market quickly absorbed the largely neutral WASDE report and shifted focus back to South America. While higher Brazilian production is fundamentally negative, quality concerns in Argentina provide a counterbalance. The key factor remains the development of US export momentum. If demand stabilises, the soy complex could maintain its firmer tone. Without new impulses from China or currency markets, however, upside potential is likely to remain limited. In the short term, a volatile sideways trend with a slightly positive bias appears probable.
Grain markets
Grain markets also started the week on a weaker footing ahead of the WASDE report. Wheat prices declined early in the week in both Chicago and at Euronext. The report introduced moderate adjustments. Global inventories were revised slightly lower compared to January and came in below average expectations. However, adjustments in Canada, Argentina and the EU were not significant enough to trigger an immediate trend reversal. Mid-week, momentum improved. Strong US export sales above expectations and weather risks for winter wheat in Russia led to notable gains in SRW and HRW wheat. The March contract at Euronext followed the positive impulse. At the same time, higher French wheat stocks and reduced EU export forecasts limited further upside.
Corn initially moved sideways. WASDE slightly reduced US ending stocks and global inventories, but the changes were limited. Support came from strong US export figures for the current marketing year and a reported single large sale. Additional impulses came from the energy market, as ethanol production increased significantly. Towards the end of the week, a lower Brazilian crop estimate after Conab reduced its forecast for the second crop provided further support. Overall, both wheat and corn ended the week with a firmer tone.
Bullish
Supportive factors included US export sales exceeding expectations, weather risks for winter wheat in Russia and lower global corn and wheat stocks in the WASDE report.
Bearish
Negative influences included higher French wheat stocks, reduced EU export forecasts and the generally moderate WASDE adjustments, which failed to signal a clear trend reversal.
Expert opinion
Following the subdued WASDE report, markets have drawn fresh momentum mainly from export activity. If US sales remain dynamic, prices could stabilise further. Weather developments in Russia remain an uncertainty with potential price-supporting effects. At the same time, comfortable stock levels in parts of Europe limit stronger gains. In corn, developments in Brazil are gaining importance. Overall, a sideways to slightly firmer trend appears likely, provided no new surprises emerge.