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Wochenrückblick KW02: Canola-Rally durch China-Hoffnung – Weizen zwischen Wetterrisiken und Exportflaute

  • Autorenbild: Steffen Oehl
    Steffen Oehl
  • 12. Jan.
  • 6 Min. Lesezeit


Englisch version below.

Wochenrückblick KW02: Canola-Rally durch China-Hoffnung – Weizen zwischen Wetterrisiken und Exportflaute


Ölsaatenmärkte

Der Ölsaatenmarkt zeigte sich in der vergangenen Woche deutlich fester, wobei insbesondere Canola von einer ausgeprägten Rally profitierte. Ausschlaggebend waren Spekulationen über eine mögliche Einigung im Handelskonflikt zwischen Kanada und China, die neue Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Exportströme nährten. Auch im Sojakomplex sorgten chinesische Großaufträge für spürbar bessere Stimmung. Diese Käufe stärkten das Vertrauen in eine stabilere Exportnachfrage und verliehen den Notierungen zusätzlichen Auftrieb. Zwar fielen einzelne US-Zensusdaten, insbesondere zur Verarbeitung im November, enttäuschend aus, doch die jüngsten Meldungen des USDA deuteten insgesamt auf eine weiterhin solide Nachfrage hin. Auf der Angebotsseite bleibt Brasilien präsent, auch wenn schwächere Exportzahlen im Dezember erste Vorsichtssignale lieferten. Der europäische Rapsmarkt zeigte ebenfalls Erholungstendenzen und scheint sich zunehmend vom vorherigen Tiefpunkt zu lösen.


Bullish

Unterstützend wirkten vor allem chinesische Großaufträge bei US-Soja, die Spekulationen über weitere Käufe bis zur Erreichung der Marke von zwölf Millionen Tonnen nährten. Hinzu kamen Hoffnungen auf eine Entspannung im kanadisch-chinesischen Handelskonflikt, die dem Canola-Markt erheblichen Rückenwind verliehen. Stabile Exportmeldungen des USDA trugen zusätzlich zur positiven Grundstimmung bei.


Bearish

Belastend wirkten der Rückgang der US-Verarbeitung im November sowie Gewinnmitnahmen nach der vorangegangenen Rally. Zudem dämpfte ein starker Euro die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Ware und begrenzte das Aufwärtspotenzial.


Expertenmeinung

Die vergangene Woche brachte neuen Schwung in den Sojamarkt, getragen von chinesischen Großaufträgen und der Hoffnung auf eine nachhaltigere Exportdynamik. Trotz schwächerer Zensusdaten deuten die jüngsten USDA-Meldungen auf eine mögliche Trendwende hin. Auf der Angebotsseite bleibt Brasilien ein prägender Faktor, wenngleich erste Anzeichen einer Abschwächung bei den Exporten beobachtet wurden. Beim Canola speist sich die Kursrally vor allem aus der Hoffnung auf ein Ende des Handelsstreits mit China, während sich auch der europäische Rapsmarkt zu stabilisieren beginnt. Die anstehenden USDA-Berichte dürften entscheidend dafür sein, ob sich der positive Trend in den kommenden Wochen fortsetzen kann.


Getreidemärkte

Der Weizenmarkt startete verhalten in das neue Jahr und blieb von gegensätzlichen Einflüssen geprägt. Hohe globale Lagerbestände sowie sehr gute Ernteaussichten in Argentinien, Australien und möglicherweise auch Indien setzten die Kurse zu Wochenbeginn unter Druck. Hinzu kamen schwache US-Exportdaten, insbesondere für die Woche bis zum 25. Dezember, die für alle Weizensorten enttäuschend ausfielen. Zwar kam es zu Wochenbeginn in Chicago und Kansas zu deutlichen Kursgewinnen, diese wurden jedoch vor allem einem allgemeinen Stimmungsaufschwung zugeschrieben. Bereits zur Wochenmitte rückten fundamentale Faktoren wieder stärker in den Fokus, was bei SRW-Weizen zu Verlusten führte, während HRW-Weizen leicht zulegen konnte. Eine vorübergehende Wetterentspannung in den US-Plains wirkte zusätzlich dämpfend. Neue Impulse lieferten Berichte über eine Verschlechterung des Zustands des Winterweizens in Teilen der USA, insbesondere in Kansas, sowie Meldungen über Probleme beim Auflaufen der Bestände in China. Diese Faktoren reichten aus, um den Markt nochmals zu stützen, doch zum Wochenschluss fehlten Anschlusskäufe. An der Euronext zeigte sich der Markt zunächst abgekoppelt von den US-Vorgaben, stabilisierte sich jedoch im Wochenverlauf und legte bis Donnerstag zu.Auch der Maismarkt blieb von Unsicherheit geprägt. Die Kurse schwankten zwischen technischer Erholung, schwachen wöchentlichen Exportverkäufen und der Erwartung der kommenden USDA-Berichte. Ein Rekordhoch bei den US-Ausfuhren im Oktober sorgte zwar für positive Schlagzeilen, wurde jedoch durch das aktuelle Saisontief bei den Neugeschäften relativiert. In Brasilien wurde ein deutliches Exportplus im Dezember gemeldet, während in Teilen Argentiniens zunehmende Trockenheit die Bestände belastet. Insgesamt bewegte sich der US-Mais in einer engen Handelsspanne, während der Pariser Markt einen stabileren Aufwärtstrend mit täglichen Zugewinnen zeigte.

 

Bullish

Unterstützend wirkten anhaltende Trockenheit in Teilen der US-Plains, die den Winterweizen belastet, zunehmende Wetterrisiken in argentinischen Maisregionen sowie die rekordhohen US-Ausfuhren im Oktober, die grundsätzlich eine robuste Nachfrage unterstreichen.


Bearish

Belastend bleiben sehr hohe weltweite Lagerbestände und insgesamt robuste Ernteprognosen. Schwache wöchentliche Exportverkäufe beim USDA sowie erwartete Niederschläge in bislang trockenen US-Regionen könnten die Wettersorgen zudem relativieren.


Expertenmeinung

Der Getreidemarkt richtet den Blick zunehmend auf die anstehenden USDA-Berichte, insbesondere auf neue Flächen- und Lagerdaten. Während der Weizenmarkt zuletzt von Wetterrisiken profitieren konnte, bleibt die fundamentale Versorgungslage mit hohen Beständen belastend. Kurzfristig dürfte die Volatilität angesichts widersprüchlicher Wettersignale hoch bleiben, für eine nachhaltige Preiswende wären jedoch klare Nachfrageimpulse erforderlich. Beim Mais stützen zwar die starken Ausfuhren im Herbst, doch die schwachen aktuellen Verkaufszahlen dämpfen den Optimismus. Insgesamt bleibt eine eher bärische Grundtendenz vorerst bestehen.


Weekly review KW02: Canola rally fuelled by hopes of a China deal – wheat caught between weather risks and weak exports


Oilseed markets

Oilseed markets showed a firmer tone over the past week, with canola in particular posting a strong rally. Speculation about a possible resolution of the trade dispute between Canada and China fuelled hopes of renewed export flows and provided strong support to prices. The soy complex also benefited from large Chinese purchases, which improved sentiment and strengthened confidence in a more stable export outlook. Although some US census data, especially regarding November processing, were disappointing, recent USDA reports pointed to broadly steady demand. On the supply side, Brazil remains a key factor, even though weaker export figures in December sent early warning signals. European rapeseed also showed signs of recovery and appears to be rebounding from recent lows.


Bullish

Positive momentum was driven by large Chinese purchases of US soybeans, fuelling expectations of further buying towards the twelve-million-tonne mark. Hopes for a settlement in the Canada–China trade dispute boosted canola prices significantly, while stable USDA export reports further supported market sentiment.


Bearish

Negative influences included a decline in US processing activity in November and profit-taking following the recent rally. In addition, a strong euro limited the competitiveness of European products and capped upside potential.


Expert opinion

The past week injected fresh momentum into the soy market, mainly on the back of Chinese buying interest and expectations of stronger export demand. Despite weaker census data, recent USDA signals suggest the potential for a change in trend. Brazil continues to shape the supply outlook, although early signs of softer export performance have emerged. In canola, the rally is largely driven by hopes of an end to the trade conflict with China, while European rapeseed is also showing signs of stabilisation. Upcoming USDA reports are likely to be decisive in determining the market direction in the weeks ahead.


Grain markets

Wheat markets had a hesitant start to the new year and were influenced by opposing factors. High global inventories and very favourable crop prospects in Argentina, Australia and potentially India weighed on prices early in the week. Disappointing US export data, particularly for the week ending December 25, added further pressure. Although prices in Chicago and Kansas rose sharply at the start of the week, these gains were largely attributed to a broader improvement in market sentiment. By mid-week, fundamentals regained focus, leading to losses in SRW wheat, while HRW wheat managed slight gains. Temporary weather improvement in the US Plains added to the pressure. Fresh support came from reports of deteriorating winter wheat conditions in parts of the United States, especially Kansas, and emergence problems in China. These factors were sufficient to lift prices again, but follow-through buying was lacking towards the end of the week. At Euronext, the market initially remained decoupled from US movements, but stabilised mid-week and moved higher into Thursday.Corn markets were also characterised by uncertainty. Prices fluctuated between technical recovery attempts, weak weekly export sales and anticipation of upcoming USDA reports. Record-high US exports in October generated positive headlines but were offset by a seasonal low in current sales. Brazil reported a sharp increase in exports in December, while dryness in parts of Argentina increasingly threatens crop conditions. Overall, US corn traded within a narrow range, while Paris corn showed a steadier upward trend with daily gains over the week.


Bullish

Support came from persistent dryness in parts of the US Plains affecting winter wheat, rising weather risks in Argentine corn regions and record-high US exports in October, underscoring underlying demand strength.


Bearish

Very high global inventories and generally robust crop prospects remain a key burden. Weak weekly USDA export sales and forecast rainfall in previously dry US regions could further ease weather-related concerns.


Expert opinion

Grain markets are closely watching the upcoming USDA reports, particularly acreage and stock estimates. While wheat has recently gained support from weather risks, the fundamental supply situation remains heavy due to ample inventories. Short-term volatility is likely to persist, but a lasting price reversal would require convincing demand signals. In corn, strong autumn exports provide some support, yet weak current sales temper optimism. Overall, a broadly bearish underlying tone is likely to prevail for now.

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