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Wochenrückblick KW01: Schwache Exporte belasten Sojabohnen – Weizen verliert an Schwung, Mais stagniert

  • Autorenbild: Steffen Oehl
    Steffen Oehl
  • 2. Jan.
  • 5 Min. Lesezeit


Englisch version below.

Wochenrückblick KW01: Schwache Exporte belasten Sojabohnen – Weizen verliert an Schwung, Mais stagniert


Ölsaatenmärkte

Der Handel mit Sojabohnen stand in der letzten Woche des Jahres deutlich unter Abgabedruck. Bereits zu Wochenbeginn gaben die Futures spürbar nach, belastet durch schwache wöchentliche Exportdaten des USDA. Die Ausfuhren lagen mit rund 750.000 Tonnen deutlich unter dem Vorjahresniveau und verdeutlichten die weiterhin schleppende Auslandsnachfrage. Zwar blieb China größter Abnehmer, das Kaufvolumen reichte jedoch nicht aus, um den deutlichen Rückstand zur Vorsaison auszugleichen. Auch eine USDA-Meldung über Verkäufe nach Ägypten sorgte nur kurzfristig für Aufmerksamkeit. Zur Wochenmitte folgten neue Exportmeldungen nach China und in unbekannte Destinationen, die jedoch kaum stützende Wirkung entfalteten. Stattdessen gerieten die Kurse erneut unter Druck, nachdem die Exportverkäufe mit lediglich 1,06 Millionen Tonnen deutlich hinter den Markterwartungen zurückblieben. Das geringe Handelsinteresse rund um den Jahreswechsel verstärkte die bärische Grundstimmung zusätzlich. Sojaschrot und Sojaöl entwickelten sich uneinheitlich bis schwächer, auch wenn zwischenzeitlich feste Rohölpreise stützend wirkten.Am Canola-Markt in Winnipeg zeigte sich ein wechselhaftes Bild. Nach anfänglichen Verlusten kam es zu einer kurzfristigen Erholung, die von Marktteilnehmern auf spekulative Käufe zurückgeführt wurde. Diese Bewegung erwies sich jedoch als nicht nachhaltig, zuletzt überwogen erneut die Verluste. An der Euronext zeigte sich Raps insgesamt etwas fester, konnte sich den globalen Belastungsfaktoren jedoch nur begrenzt entziehen.



Bullish

Stützend wirkten weiterhin laufende Exporte nach China, zeitweise feste Rohölpreise sowie kurzfristige spekulative Käufe im Canola-Markt, die zwischenzeitlich für Entlastung sorgten.


Bearish

Belastend wirkten unterdurchschnittliche US-Exporte, weiterhin schwache Volumina in Richtung China sowie die insgesamt geringe Marktaktivität zum Jahreswechsel, die die Abgabebereitschaft verstärkte.


Expertenmeinung

Zum Jahresende dominierten schwache Fundamentaldaten das Marktgeschehen. Die rückläufigen US-Exporte bei Sojabohnen belasteten die Stimmung deutlich, während auch Sojaschrot und Sojaöl keine nachhaltige Unterstützung fanden. Die geringe Marktliquidität rund um den Jahreswechsel verstärkte die Abwärtsbewegung zusätzlich. Kurzfristig dürfte der Markt weiter unter Druck bleiben, zumal technische Unterstützungen zuletzt durchbrochen wurden. Ob sich zum Jahresauftakt eine Stabilisierung einstellt, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Exportnachfrage und den kommenden USDA-Berichten ab.


Getreidemärkte

Der internationale Weizenmarkt präsentierte sich in der letzten Handelswoche des Jahres schwach. In den USA gerieten vor allem Winterweizensorten unter Druck. Sowohl SRW- als auch HRW-Weizen verzeichneten deutliche Verluste, während Sommerweizen in Minneapolis nur leicht schwächer tendierte. Ausschlaggebend waren enttäuschende US-Exportzahlen, die die Erwartungen teils deutlich verfehlten und sowohl im Wochen- als auch im Jahresvergleich spürbar zurücklagen. Zwar liegen die US-Weizenexporte im laufenden Vermarktungsjahr insgesamt noch um 22 Prozent über dem Vorjahresniveau, zuletzt ließ die Dynamik jedoch deutlich nach. Geopolitische Signale, etwa mögliche Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland, wurden vom Markt weitgehend neutral aufgenommen. Belastend wirkten zudem angehobene Prognosen zur globalen Angebotslage, darunter höhere Schätzungen für die argentinische Weizenernte sowie leicht verbesserte russische Exportaussichten. Auch der Weizenmarkt an der Euronext zeigte sich schwächer, wenn auch mit begrenzten Verlusten.Der Maismarkt konnte sich dem negativen Umfeld ebenfalls nicht entziehen. Schwächere Exportverladungen und eine rückläufige Ethanolproduktion führten zu deutlichen Kursverlusten an der CBoT zu Wochenbeginn. Zwar setzte der USDA-Bericht zum Jahreswechsel mit einem Verkaufsvolumen von 2,2 Millionen Tonnen einen kurzfristig bullischen Akzent, dieser verpuffte jedoch rasch. Die Ethanolzahlen wirkten insgesamt ambivalent, da ein steigender Ausstoß mit gleichzeitig wachsenden Lagerbeständen einherging. Auch die europäischen Maispreise folgten dem Abwärtstrend und schlossen tiefer.

 

Bullish

Unterstützend wirkten solide Verkaufszahlen zum Jahreswechsel sowie weiterhin bestehende geopolitische Spannungen, die potenziell Einfluss auf die Handelsströme haben können.


Bearish

Belastend blieben höhere Angebotsprognosen für Russland und Argentinien sowie der Rückgang der Ethanolproduktion, der die Nachfrage nach Mais dämpfte.


Expertenmeinung

Auch im Getreidemarkt setzten sich zum Jahresende die bärischen Faktoren durch. Die schwächeren US-Exporte bei Weizen und Mais belasteten die Kurse spürbar, selbst wenn der übergeordnete Trend bei den Maisexporten weiterhin positiv bleibt. Zusätzlicher Druck ging von den angehobenen Angebotsprognosen aus Argentinien und Russland aus, die den Wettbewerb auf dem Weltmarkt verschärfen. Der schwache Jahresausklang muss jedoch nicht zwingend richtungsweisend für den Jahresstart sein. Kurzfristig dürfte die Abwärtstendenz anhalten, während die weitere Entwicklung maßgeblich von neuen USDA-Daten und geopolitischen Impulsen abhängen wird.


Weekly review KW01: Weak exports pressure soybeans – wheat loses momentum, corn stagnates


Oilseed markets

Soybean trading came under pronounced selling pressure during the final week of the year. Futures declined sharply early in the week, weighed down by weak weekly USDA export data. Shipments of around 750,000 tonnes were well below last year’s level, highlighting persistently sluggish overseas demand. Although China remained the largest buyer, volumes were insufficient to close the significant gap to the previous season. A USDA report on sales to Egypt failed to provide lasting support. Mid-week export announcements to China and unknown destinations also had little positive impact. Instead, prices came under renewed pressure as export sales of just 1.06 million tonnes fell clearly short of market expectations. Thin trading activity around the year-end further reinforced the bearish sentiment. Soybean meal and soybean oil moved sideways to weaker, despite temporary support from firm crude oil prices.

In the canola market in Winnipeg, price action was mixed. Initial losses were followed by a brief recovery attributed by market participants to speculative buying, but this move proved unsustainable and losses dominated again towards the end of the week. At Euronext, rapeseed prices showed slightly firmer tendencies overall but benefited only marginally from global developments.


Bullish

Support came from ongoing exports to China, temporarily firm crude oil prices and short-term speculative buying in the canola market, which provided brief relief.


Bearish

Negative factors included below-average US export performance, continued weak volumes to China and very low market activity around the year-end period.


Expert opinion

By year-end, weak fundamentals clearly dominated oilseed markets. Declining US soybean exports weighed heavily on sentiment, while soybean meal and soybean oil failed to show sustained recovery. Low liquidity around the holidays amplified the downside move. In the short term, downside risks are likely to persist, particularly as key technical support levels have been breached. A potential stabilisation at the start of the year will depend largely on export demand and upcoming USDA reports.


Grain markets

The international wheat market remained weak during the final trading week of the year. In the United States, winter wheat varieties were under particular pressure. Both SRW and HRW wheat posted notable losses, while spring wheat in Minneapolis was only slightly lower. Disappointing US export data were the main driver, as weekly sales fell well short of expectations and declined markedly compared with both the previous week and last year. Although cumulative US wheat exports for the current marketing year remain around 22 percent higher year on year, recent momentum has slowed significantly. Geopolitical signals such as potential peace talks between Ukraine and Russia were largely taken neutrally by the market. Additional pressure came from upward revisions to global supply forecasts, including higher estimates for Argentina’s wheat crop and slightly improved Russian export prospects. Wheat at Euronext also moved lower, albeit with limited losses.

Corn prices were unable to escape the negative trend. Weaker export loadings and declining ethanol production triggered notable losses at the CBoT early in the week. While the year-end USDA report provided a temporary bullish impulse with sales of 2.2 million tonnes, this support faded quickly. Ethanol data remained mixed, as higher output coincided with rising inventories. European corn prices followed the broader trend and closed lower.


Bullish

Supportive elements included solid sales figures reported around the year-end period and ongoing geopolitical tensions, which could potentially affect trade flows.


Bearish

Higher supply forecasts for Russia and Argentina and the decline in ethanol production continued to weigh on market sentiment.


Expert opinion

Weak fundamentals dominated grain markets at year-end. Softer US export performance in both wheat and corn weighed on prices, even though the longer-term trend in corn exports remains positive. Additional pressure stemmed from higher supply expectations in Argentina and Russia, intensifying competition on the global market. While the weak year-end performance does not necessarily dictate the tone for the start of the new year, downside risks persist in the short term. Further direction will depend on upcoming USDA data and geopolitical developments.

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