Wochenrückblick KW28: Wetterrisiken halten Agrarmärkte in Atem – Fokus auf den USDA-Bericht
- 10. Juli
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Wochenrückblick KW28: Wetterrisiken halten Agrarmärkte in Atem – Fokus auf den USDA-Bericht
Ölsaatenmärkte
Der Sojakomplex startete mit deutlichen Kursgewinnen in die Handelswoche. Ausschlaggebend waren Wetterprognosen, die für den US-Mittleren Westen eine längere Phase mit Hitze und Trockenheit während einer entscheidenden Entwicklungsphase der Sojabohnen erwarten ließen. Die Sorge vor möglichen Ertragseinbußen rückte damit schnell in den Mittelpunkt des Handels. Zusätzliche Unterstützung kam von soliden US-Exportzahlen sowie erneuten Spekulationen über eine stärkere chinesische Importnachfrage. Zur Wochenmitte blieben die Notierungen freundlich. Zwar ging der Anteil der US-Bestände in der Kategorie „gut bis ausgezeichnet“ leicht zurück, insgesamt bestätigten die Bewertungen jedoch weiterhin eine solide Ausgangslage. Vor der Veröffentlichung des USDA-WASDE-Berichts nahm die Dynamik spürbar ab. Die Marktteilnehmer hielten sich mit größeren Positionierungen zurück und orientierten sich stattdessen an den Erwartungen leicht sinkender Lagerbestände der alten Ernte sowie höherer Lagerbestände der neuen Ernte. Zum Wochenschluss sorgten routinemäßige Exportmeldungen nach China nochmals für etwas Unterstützung, insgesamt überwog jedoch die abwartende Haltung vor den neuen USDA-Zahlen.
Auch Canola und Raps entwickelten sich über weite Strecken der Woche freundlich. In Kanada stützten Berichte über schwierige Anbaubedingungen mit regionaler Trockenheit und übermäßigen Niederschlägen die Canolapreise. Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Markt von der insgesamt festen Stimmung im Sojakomplex. An der Euronext folgte Raps diesem Aufwärtstrend. Im weiteren Wochenverlauf sorgte der steigende Rohölpreis für zusätzliche Unterstützung, bevor zum Wochenschluss Gewinnmitnahmen einsetzten. Insgesamt blieb die Entwicklung am Ölsaatenmarkt vor allem von Wetterrisiken, den Erwartungen an den WASDE-Bericht sowie der engen Verbindung zwischen Sojabohnen, Pflanzenölen und Canola geprägt. Die internationale Lage am Rohölmarkt bleibt dabei angespannt. Die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran haben sich zuletzt weiter verschlechtert und eine Einigung zur sicheren Passage durch die Straße von Hormus ist derzeit nicht in Sicht. Dennoch reagiert der Markt inzwischen deutlich gelassener auf geopolitische Schlagzeilen als noch vor einigen Wochen.
Bullish
Hitze und Trockenheit in wichtigen US-Sojaanbaugebieten, solide US-Exportzahlen und Spekulationen über zusätzliche chinesische Käufe sowie schwierige Anbaubedingungen für Canola in Kanada und ein festerer Rohölmarkt unterstützten die Preise.
Bearish
Belastend wirkten die Erwartungen höherer Lagerbestände der neuen US-Sojabohnenernte, weiterhin gute Bestandsbewertungen der US-Sojabohnen sowie die Zurückhaltung der Marktteilnehmer vor dem USDA-WASDE-Bericht.
Expertenmeinung
Die Wetterentwicklung bleibt kurzfristig der wichtigste Einflussfaktor für den Sojakomplex. Sollten sich Hitze und Trockenheit in den US-Anbaugebieten fortsetzen, könnten Ertragssorgen den Markt weiter stützen. Gleichzeitig sprechen die Erwartungen höherer Lagerbestände der neuen Ernte gegen einen nachhaltigen Preisanstieg. Auch bei Canola und Raps dürften Wetter und die Entwicklung des Rohölmarktes richtungsweisend bleiben. Nach dem USDA-Bericht könnte die derzeitige Zurückhaltung einer deutlich höheren Volatilität weichen, falls die neuen Ernte- und Lagerprognosen von den Markterwartungen abweichen.
Getreidemärkte
Die Weizenmärkte starteten freundlich in die Handelswoche und profitierten zunächst von der kräftigen Aufwärtsbewegung am Maismarkt sowie neuen Wetterprognosen für die USA. Vor allem die Aussicht auf eine Hitzewelle mit trockenen Bedingungen im Mittleren Westen sorgte für Unterstützung und lenkte den Fokus auf mögliche Risiken für die Ertragsentwicklung. Zusätzlichen Rückenwind brachte die Ausschreibung Saudi-Arabiens über 661.000 Tonnen Weizen. Die enttäuschenden US-Exportzahlen spielten dagegen zunächst nur eine untergeordnete Rolle. Im weiteren Wochenverlauf blieb die Stimmung wechselhaft. Zwar schritt die Winterweizenernte in den USA zügig voran und sprach ebenso wie die weiterhin hohen Ernteerwartungen in der Schwarzmeerregion für eine gute globale Versorgung. Gleichzeitig hielten sich Spekulationen über niedrigere US-Ernteschätzungen vor dem USDA-WASDE-Bericht hartnäckig. Entsprechend gingen die Marktteilnehmer vor der Veröffentlichung kaum noch größere Positionen ein. Nach zwischenzeitlichen Rücksetzern stabilisierten sich die Notierungen zum Wochenschluss wieder und beendeten die Woche insgesamt mit einer freundlichen Tendenz.
Am Maismarkt fiel die Dynamik deutlich stärker aus. Zu Wochenbeginn sorgten Wettermodelle mit einer länger anhaltenden Hitzephase und ausbleibenden Niederschlägen im US-Maisgürtel während der sensiblen Blüte für kräftige Kursaufschläge. Die Sorge, dass die hohen Temperaturen das Ertragspotenzial schmälern könnten, rückte rasch in den Mittelpunkt des Handels und wurde durch robuste US-Exporte zusätzlich verstärkt. Auch an der Euronext legten die Notierungen zunächst deutlich zu. Dort standen vor allem die Folgen der außergewöhnlichen Hitzewelle in Frankreich im Fokus. FranceAgriMer senkte den Anteil der Bestände in der Kategorie „gut bis ausgezeichnet“ innerhalb einer Woche von 76 auf nur noch 58 Prozent. Diese deutliche Herabstufung schürte erhebliche Zweifel an den Ertragsaussichten und stützte die Kurse. Zur Wochenmitte nahm die Unsicherheit jedoch wieder zu. Stabile Bestandsbewertungen in den USA relativierten die Wettersorgen teilweise, während vor dem USDA-WASDE-Bericht Gewinnmitnahmen und eine abwartende Haltung überwogen. Trotz der zwischenzeitlichen Rücksetzer blieb das Wetter auf beiden Seiten des Atlantiks der dominierende Kurstreiber.
Bullish
Hitze und Trockenheit im US-Maisgürtel, Trockenschäden in Frankreich, die große Weizenausschreibung Saudi-Arabiens sowie Erwartungen einer niedrigeren US-Weizenernte stützten die Märkte.
Bearish
Belastend wirkten die zügige US-Winterweizenernte, schwache US-Weizenexporte sowie weiterhin robuste Produktionsaussichten in der Schwarzmeerregion.
Expertenmeinung
Die Getreidemärkte bleiben stark von Wetterentwicklungen und den USDA-Prognosen abhängig. Besonders Mais reagiert derzeit äußerst sensibel auf Änderungen der Wettermodelle im US-Maisgürtel. Beim Weizen begrenzen die gute Versorgung aus der Schwarzmeerregion und die laufenden Ernten größere Kursanstiege. Gleichzeitig könnten niedrigere US-Ernteschätzungen und eine anziehende Exportnachfrage immer wieder Unterstützung liefern. Kurzfristig dürfte die hohe Volatilität anhalten. Erst nach den nächsten USDA-Daten und aktualisierten Wetterprognosen dürfte sich eine klarere Marktrichtung herausbilden.
Weekly Review KW28: Weather Risks Keep Agricultural Markets on Edge – Focus on the USDA Report
Oilseed markets
The soy complex started the week with strong gains as weather forecasts pointed to an extended period of heat and dryness across the US Midwest during a critical stage of soybean development. Concerns over potential yield losses quickly became the market's main focus. Additional support came from solid US export data and renewed speculation about stronger Chinese buying interest. Prices remained firm through midweek. Although the share of US soybean crops rated good to excellent declined slightly, overall crop conditions continued to indicate a solid production outlook. Trading activity slowed noticeably ahead of the USDA WASDE report as market participants refrained from taking larger positions, instead focusing on expectations of slightly lower old-crop stocks but higher new-crop inventories. Routine export sales to China provided some late-week support, although an overall wait-and-see attitude dominated ahead of the USDA figures.
Canola and rapeseed also traded firmer for most of the week. Reports of difficult growing conditions across parts of Canada, including regional drought and excessive rainfall, supported canola prices. The stronger tone across the soy complex added further momentum. Euronext rapeseed followed the upward trend before profit-taking emerged late in the week despite continued support from firmer crude oil prices. Overall, the oilseed market remained driven primarily by weather risks, expectations surrounding the WASDE report and the close relationship between soybeans, vegetable oils and canola. Meanwhile, uncertainty surrounding the crude oil market persists. Relations between the United States and Iran have deteriorated further, while an agreement to secure shipping through the Strait of Hormuz appears increasingly unlikely. Even so, markets have become less reactive to geopolitical headlines than they were only a few weeks ago.
Bullish
Heat and dryness across key US soybean areas, solid US export demand, speculation over additional Chinese purchases, difficult Canadian canola growing conditions and firmer crude oil prices supported the market.
Bearish
Expectations of larger new-crop US soybean stocks, generally good US crop ratings and cautious positioning ahead of the USDA WASDE report limited gains.
Expert opinion
Weather remains the dominant short-term driver for the soy complex. Should hot and dry conditions persist across key US growing areas, yield concerns could provide further support. However, expectations for larger new-crop inventories continue to limit upside potential. Weather conditions and crude oil prices are also expected to remain key drivers for canola and rapeseed. Following the USDA report, the current cautious market tone could quickly give way to increased volatility if production or stock estimates differ from expectations.
Grain markets
Wheat markets opened the week on a firmer note, supported by strong gains in corn and renewed weather concerns across the United States. Forecasts calling for heat and dry conditions across the Midwest highlighted potential production risks and boosted prices. Saudi Arabia's tender for 661,000 tonnes of wheat also provided additional support. Weak US export figures initially attracted little attention. Later in the week, sentiment remained mixed. Rapid US winter wheat harvesting and continued strong production prospects across the Black Sea region pointed to ample global supplies. At the same time, speculation over lower US wheat production ahead of the USDA WASDE report kept traders from taking significant new positions. After temporary setbacks, prices stabilised again and ended the week with an overall firmer tone.
Corn markets showed even stronger momentum. Early in the week, weather models indicating prolonged heat and limited rainfall during pollination across the US Corn Belt triggered sharp gains. Concerns over yield potential quickly became the dominant market driver, reinforced by strong US export demand. Euronext corn also advanced, with particular attention focused on France, where FranceAgriMer reduced the share of corn rated good to excellent from 76% to just 58% within a single week. This sharp deterioration raised serious concerns over yield prospects and supported prices. By midweek, uncertainty increased again as stable US crop ratings eased some weather concerns while profit-taking ahead of the USDA report limited further gains. Despite these temporary pullbacks, weather remained the dominant driver on both sides of the Atlantic.
Bullish
Heat and dryness across the US Corn Belt, crop stress in France, Saudi Arabia's large wheat tender and expectations of a smaller US wheat crop supported grain markets.
Bearish
Rapid US winter wheat harvest progress, weak US wheat exports and strong production prospects across the Black Sea region continued to weigh on prices.
Expert opinion
Grain markets remain heavily dependent on weather developments and USDA projections. Corn is currently especially sensitive to changes in US weather forecasts. Wheat continues to face resistance from abundant Black Sea supplies and ongoing harvest pressure, although lower US production estimates and stronger export demand could provide intermittent support. High volatility is likely to persist in the near term, with a clearer market direction expected only after the latest USDA data and updated weather forecasts become available.