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Wochenrückblick KW23: Sojabohnen unter Druck – Gute Ernteaussichten belasten Getreidemärkte

  • 6. Juni
  • 6 Min. Lesezeit


Englisch version below.

Wochenrückblick KW23: Sojabohnen unter Druck – Gute Ernteaussichten belasten Getreidemärkte


Ölsaatenmärkte

Die Ölsaatenmärkte standen in der vergangenen Woche vor allem unter dem Einfluss der Energiepreise und der Wetterentwicklung in Nordamerika. Zu Wochenbeginn gerieten Sojabohnen und Sojaschrot unter Druck, nachdem sich die Erwartungen an günstige Wachstumsbedingungen in den US-Anbauregionen weiter festigten. Gleichzeitig enttäuschten die Exportverladungen, während sich die Aussaat zügig dem Abschluss näherte. Zwar fiel die erste USDA-Bewertung der Sojabestände mit 66 Prozent gut bis ausgezeichnet etwas schwächer als erwartet aus, der Markt wertete dies jedoch angesichts der angekündigten Niederschläge nicht als nachhaltige Unterstützung. Zur Wochenmitte verstärkten sich die Verluste. Händler verwiesen auf fehlende Anschlusskäufe aus China sowie auf die Aussicht einer Entspannung im Verhältnis zwischen den USA und dem Iran. Dies belastete auch die Rohölmärkte und nahm dem Sojakomplex zusätzlichen Rückenwind. Gegen Ende der Woche rückten erneut Niederschläge in wichtigen US-Anbaugebieten in den Fokus. Gleichzeitig meldete Brasilien für Mai Sojabohnenexporte über Vorjahresniveau, was die globale Versorgungslage weiterhin komfortabel erscheinen ließ.


Canola und Raps entwickelten sich zunächst fester, unterstützt durch starke Sojaölmärkte und die Perspektive einer höheren Nachfrage nach Biokraftstoffen. Im weiteren Wochenverlauf überwogen jedoch die Belastungsfaktoren. Schwächere Pflanzenöl- und Rohölpreise sowie überwiegend günstige Wetterprognosen für die kanadischen Prärien führten zu deutlichen Kursrückgängen. Unterstützung kam lediglich von niedrigeren Ernteerwartungen für die australische Rapsernte.


Bullish

Unterstützend wirkten die etwas schwächere USDA-Erstbewertung der Sojabestände, niedrigere Prognosen für die australische Rapsernte sowie die langfristig positive Nachfrageperspektive durch den Biokraftstoffsektor bei Sojaöl und Canola.


Bearish

Belastend wirkten die günstigen Wetterbedingungen in den US-Anbaugebieten, hohe brasilianische Sojabohnenexporte und die daraus resultierende komfortable Versorgungslage sowie die weiterhin fehlende zusätzliche Nachfrage aus China.


Expertenmeinung

Die Marktstimmung blieb zuletzt klar defensiv. Gute Wetteraussichten in den USA und die starke Exportkonkurrenz aus Brasilien sprechen kurzfristig gegen eine kräftige Erholung der Sojabohnenpreise. Gleichzeitig bleibt die Entwicklung der Rohölmärkte ein wichtiger Taktgeber für Sojaöl, Canola und Raps. Sollten die erwarteten Niederschläge geringer ausfallen oder die Bestandsbewertungen nachgeben, könnte sich das Bild jedoch rasch ändern. Auch mögliche chinesische Käufe würden die Nachfrageperspektive verbessern. Insgesamt erscheint der Markt derzeit eher anfällig für weitere Schwächephasen, wenngleich wetterbedingte Gegenbewegungen jederzeit möglich bleiben.


Getreidemärkte

Die Weizenmärkte standen in der Berichtswoche durchgehend unter Druck. Zu Wochenbeginn belasteten Hoffnungen auf eine politische Entspannung im Nahen Osten und der damit verbundene Rückgang der Risikoaufschläge das Marktumfeld. Im weiteren Verlauf rückten die guten Ertragsaussichten auf der Nordhalbkugel zunehmend in den Fokus. Während die erste USDA-Bewertung für Sommerweizen mit lediglich 47 Prozent gut bis ausgezeichnet hinter den Erwartungen zurückblieb, konnte dies die Marktteilnehmer kaum beeindrucken. Stattdessen dominierten die bevorstehende Winterweizenernte, hohe globale Lagerbestände und günstige Vegetationsbedingungen in Europa das Marktgeschehen. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielten die überraschend starken Vorverkäufe der neuen US-Ernte sowie Anpassungen der australischen Ernteprognose. Gegen Ende der Woche sorgte die Anhebung der russischen Produktionsschätzung erneut für Druck. An der Euronext Paris fiel Weizen auf den tiefsten Stand seit mehreren Wochen.Auch Mais verlor im Wochenverlauf deutlich an Boden. Die Märkte reagierten auf günstige Wetterbedingungen im US-Maisgürtel, eine nahezu abgeschlossene Aussaat und anhaltend gute Ertragsperspektiven. Zwar lag die erste USDA-Bewertung der Maisbestände mit 67 Prozent gut bis ausgezeichnet unter den Erwartungen, doch die angekündigten Niederschläge begrenzten deren stützende Wirkung. Schwächere Exportzahlen sowie sinkende Rohölpreise verstärkten den Abwärtsdruck zusätzlich. Die europäischen Maisnotierungen konnten sich dem internationalen Trend ebenfalls nicht entziehen.


Bullish

Unterstützend wirkten die schwächeren Sommerweizenbewertungen in den USA, die starken Vorverkäufe der neuen US-Weizenernte sowie die Aussicht auf eine zunehmende Importaktivität aus Nordafrika und dem arabischen Raum.


Bearish

Belastend wirkten die guten Ertragsaussichten auf der Nordhalbkugel, hohe globale Lagerbestände und die bevorstehenden Ernten sowie schwächere Maisexporte und fallende Rohölpreise.


Expertenmeinung

Die Märkte bleiben kurzfristig stark wetterabhängig. Der Fokus dürfte zunächst auf den Erntefortschritten in den USA, Europa und der Schwarzmeerregion liegen. Solange keine größeren Wetterprobleme auftreten, sprechen die aktuellen Fundamentaldaten eher für ein anhaltend hohes Angebot. Unterstützung könnte von einer Belebung der internationalen Nachfrage ausgehen, insbesondere aus Nordafrika und dem Nahen Osten. Die schwächeren US-Bestandsbewertungen sollten weiterhin beobachtet werden, reichen derzeit jedoch nicht aus, um den übergeordneten Trend zu drehen. Insgesamt erscheint die Stimmung vorerst verhalten.


Gehandelte Kurse – FOB Lower Rhine / Paper (KW 23 / 2026)


Tief / Hoch / Spanne der Woche

* 06: –

* 1H 07: 232.0 € (Do) / 244.0 € (Mo) → Δ 12.0 €

* 08: 220.0 € (Fr) / 229.0 € (Mi) → Δ 9.0 €

* 08–10: 220.0 € (Fr) / 235.0 € (Di) → Δ 15.0 €

* 11–01: 231.0 € (Fr) / 247.0 € (Di) → Δ 16.0 €

* 02–04: 242.0 € (Fr) / 255.0 € (Di) → Δ 13.0 €

* 05–07: 252.0 € (Mi) / 256.0 € (Mi) → Δ 4.0 €


Weekly review KW23: Soybeans under pressure – Strong crop prospects weigh on grain markets


Oilseed markets

Oilseed markets during the past week were primarily influenced by energy prices and weather developments in North America. At the beginning of the week, soybeans and soybean meal came under pressure as expectations for favourable growing conditions across US production regions continued to strengthen. At the same time, export shipments disappointed while planting activity moved rapidly toward completion. Although the USDA’s first crop rating showed 66 percent of soybean fields in good to excellent condition, slightly below expectations, the market largely ignored this support due to forecast rainfall in key growing regions. Losses intensified during the middle of the week. Traders pointed to the lack of additional buying from China and growing expectations of improving relations between the United States and Iran. This also weighed on crude oil markets and removed additional support from the soy complex. Toward the end of the week, rainfall forecasts for major US growing regions remained a key focus. At the same time, Brazil reported soybean exports in May above year-ago levels, reinforcing the perception of a comfortable global supply situation.


Canola and rapeseed initially traded firmer, supported by strength in soybean oil and expectations for higher biofuel demand. Later in the week, however, negative factors dominated. Weaker vegetable oil and crude oil prices combined with generally favourable weather forecasts across the Canadian Prairies triggered significant declines. Support came only from lower production expectations for the Australian rapeseed crop.


Bullish

Support came from the slightly weaker-than-expected USDA soybean crop rating, lower Australian rapeseed crop forecasts and the long-term demand outlook for soybean oil and canola driven by biofuel consumption.


Bearish

Pressure stemmed from favourable weather conditions across US growing regions, strong Brazilian soybean exports and comfortable global supplies as well as the continued absence of additional demand from China.


Expert opinion

Market sentiment remained clearly defensive. Favourable US weather conditions and strong export competition from Brazil argue against a significant soybean price recovery in the short term. At the same time, developments in crude oil markets remain an important driver for soybean oil, canola and rapeseed. Should rainfall disappoint or crop ratings decline further, sentiment could shift quickly. Additional Chinese purchases would also improve the demand outlook. For now, the market appears vulnerable to further weakness, although weather-related rebounds remain possible at any time.


Grain markets

Wheat markets remained under pressure throughout the reporting week. At the beginning of the week, hopes for political de-escalation in the Middle East and a reduction in risk premiums weighed on sentiment. As the week progressed, strong crop prospects across the Northern Hemisphere increasingly dominated market attention. While the first USDA rating for spring wheat showed only 47 percent of fields in good to excellent condition, below expectations, traders largely ignored this supportive factor. Instead, attention focused on the approaching winter wheat harvest, high global stock levels and favourable growing conditions across Europe. Additional attention was drawn to surprisingly strong forward sales of the new US crop and revisions to Australian production forecasts. Toward the end of the week, an increase in Russian production estimates added further pressure. Wheat prices at Euronext Paris fell to their lowest levels in several weeks.


Corn also lost significant ground over the course of the week. Markets reacted to favourable weather conditions across the US Corn Belt, near-complete planting progress and continued strong yield expectations. Although the USDA’s first crop rating of 67 percent good to excellent came in below expectations, forecast rainfall limited its supportive impact. Weaker export figures and lower crude oil prices added further downside pressure. European corn prices were unable to escape the broader international trend.


Bullish

Support came from weaker US spring wheat ratings, strong forward sales of the new US wheat crop and the potential for increasing import demand from North Africa and the Arab region.


Bearish

Pressure stemmed from favourable crop prospects across the Northern Hemisphere, high global stock levels and approaching harvests as well as weaker corn exports and declining crude oil prices.


Expert opinion

Markets remain highly dependent on weather developments in the short term. Attention is likely to focus on harvest progress in the United States, Europe and the Black Sea region. As long as no major weather problems emerge, current fundamentals point toward abundant supply. Support could come from stronger international demand, particularly from North Africa and the Middle East. The weaker US crop ratings remain worth monitoring but are currently insufficient to reverse the broader trend. Overall sentiment remains cautious for the time being.


Traded prices – FOB Lower Rhine / Paper (Week 23 / 2026)


Low / High / Range of the week

* 06: –

* 1H 07: 232.0 € (Thu) / 244.0 € (Mon) → Δ 12.0 €

* 08: 220.0 € (Fri) / 229.0 € (Wed) → Δ 9.0 €

* 08–10: 220.0 € (Fri) / 235.0 € (Tue) → Δ 15.0 €

* 11–01: 231.0 € (Fri) / 247.0 € (Tue) → Δ 16.0 €

* 02–04: 242.0 € (Fri) / 255.0 € (Tue) → Δ 13.0 €

* 05–07: 252.0 € (Wed) / 256.0 € (Wed) → Δ 4.0 €

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