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Wochenrückblick KW19: Schwache Exporte bremsen Soja – Wetterumschwung beendet Getreiderally

  • 8. Mai
  • 6 Min. Lesezeit


Englisch version below.

Wochenrückblick KW19: Schwache Exporte bremsen Soja – Wetterumschwung beendet Getreiderally


Ölsaatenmärkte

Der Sojakomplex startete mit deutlichen Kursgewinnen in die Woche und profitierte zunächst vor allem von der Rally am Sojaölmarkt sowie neuen Spekulationen über eine steigende Nachfrage nach Biokraftstoffen. Feste Rohölpreise und die Eskalation im Nahen Osten rückten die Perspektiven für Biodiesel aus Sojaöl stärker in den Fokus und sorgten für zusätzliche Risikoaufschläge. Unterstützung kam zeitweise auch von Sorgen um eine stockende US-Sojaaussaat, obwohl die Feldarbeiten insgesamt weiterhin deutlich vor dem Fünfjahresdurchschnitt liegen. Zur Wochenmitte setzte jedoch eine spürbare Korrektur ein. Mit der zwischenzeitlichen Entspannung an den Rohölmärkten und Hoffnungen auf eine Annäherung zwischen den USA und dem Iran nahmen Händler verstärkt Gewinne mit. Zusätzlich belasteten schwache US-Exportzahlen. Die jüngsten Verkaufszahlen lagen deutlich unter den Erwartungen und markierten ein saisonales Tief. Gleichzeitig rückten die hohen brasilianischen Exportprognosen stärker in den Vordergrund. Das Analysehaus StoneX hob zudem seine Schätzung für die brasilianische Sojaernte weiter an. Sojaschrot zeigte sich im Wochenverlauf stabiler als die Bohnen selbst, während Sojaöl trotz zwischenzeitlicher Rückschläge insgesamt im Rallymodus blieb. Auch bei Canola und Raps dominierten nach einem festen Wochenauftakt zuletzt die schwächeren Rohölmärkte sowie günstige Wetterperspektiven für die kanadischen Prärieregionen.


Bullish

Unterstützend wirkten die festen Rohölpreise und die anhaltende Biokraftstofffantasie rund um Sojaöl. Zusätzlich sorgten die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten für Risikoaufschläge, während Verzögerungen bei der US-Aussaat in einzelnen Regionen kurzfristig unterstützend wirkten.


Bearish

Belastend wirkten vor allem schwache US-Exportverkäufe bei Sojabohnen sowie höhere Prognosen für die brasilianische Sojaernte. Zusätzlich sprechen die aktuellen Wettermodelle für günstige Bedingungen bei der Canola-Aussaat in Kanada.


Expertenmeinung

Der Rohölmarkt dürfte kurzfristig der wichtigste Impulsgeber für den gesamten Ölsaatenkomplex bleiben. Solange die Unsicherheit im Nahen Osten anhält, könnte insbesondere Sojaöl weiter Unterstützung erhalten. Gleichzeitig mehren sich die Hinweise auf ein komfortables globales Sojaangebot, insbesondere durch die hohe brasilianische Ernte und die starken Exportperspektiven. Die zuletzt enttäuschenden US-Exportzahlen könnten deshalb zunehmend stärker ins Gewicht fallen. Für Canola und Raps sprechen die aktuellen Wetterprognosen eher für eine entspannte Versorgungslage. Insgesamt bleibt der Markt stark schwankungsanfällig und eng an geopolitische Entwicklungen gekoppelt.


Getreidemärkte

Die Getreidemärkte standen zunächst ganz im Zeichen der Trockenheit in den US-Plains, ehe ein Wetterumschwung und Hoffnungen auf geopolitische Entspannung die Stimmung deutlich drehten. Vor allem SRW-Weizen an der CBoT bewegte sich zu Wochenbeginn nahe mehrjähriger Hochs, gestützt durch Sorgen vor einer möglichen Wiederholung der Dürre von 2012. HRW-Weizen entwickelte sich differenzierter, da Regenprognosen für die südlichen Plains bereits frühzeitig für Zurückhaltung sorgten. Unterstützung kam zunächst auch von robusten US-Exportzahlen sowie neuen Ausschreibungen aus Nordafrika. Zusätzlich meldete Indien erstmals seit vier Jahren wieder kleinere Weizenexporte. Gegen Wochenmitte gerieten die Märkte jedoch deutlich unter Druck. Niederschläge für die US-Plains und große Teile Europas reduzierten die Wetterprämie spürbar. Gleichzeitig belastete der starke Rückgang der Rohölpreise nach Hoffnungen auf eine Entspannung im Konflikt um die Straße von Hormus. Zusätzlichen Druck erzeugten steigende kanadische Lagerbestände und bessere Ernteaussichten in Europa. Zum Wochenausklang sorgte eine niedrigere russische Exportprognose zwar kurzfristig für Aufmerksamkeit, konnte den Abwärtstrend jedoch nicht nachhaltig stoppen.

Auch Mais startete fest in die Woche. Hohe Exportnachfrage, starke Ethanolproduktion und die Rally am Rohölmarkt trieben die Kurse zeitweise auf den höchsten Stand seit Ende 2023. Mit der Entspannung am Energiemarkt setzte jedoch auch hier eine deutliche Korrektur ein. Zusätzlicher Druck kam von höheren Produktionsschätzungen für Brasilien sowie schwächeren US-Exportzahlen gegen Ende der Woche.


Bullish

Unterstützend wirkten die robuste globale Nachfrage nach US-Mais und US-Weizen, die niedrigere russische Exportprognose für 2025/26 sowie die weiterhin bestehenden Wetterrisiken in den US-Plains.


Bearish

Belastend wirkten Regenprognosen für die US-Plains und Europa, schwächere Rohölpreise mit negativen Auswirkungen auf Mais und den Ethanolsektor sowie höhere Produktions- und Lagerprognosen in Kanada und Brasilien.


Expertenmeinung

Die Märkte haben einen großen Teil der zuvor aufgebauten Wetterprämie wieder abgegeben. Entscheidend dürfte nun sein, ob die angekündigten Niederschläge in den US-Plains tatsächlich nachhaltige Entlastung bringen. Besonders beim HRW-Weizen bleibt die Lage trotz der Korrektur angespannt. Beim Mais richtet sich der Fokus zunehmend auf die Entwicklung der brasilianischen Zweiternte sowie auf die Dynamik der Ethanolnachfrage. Sollte der Ölpreis weiter nachgeben, könnte zusätzlicher Druck entstehen. Gleichzeitig bleibt die internationale Nachfrage robust genug, um stärkere Rückschläge zunächst zu begrenzen.


Weekly review KW19: Weak exports slow soybeans – weather shift ends grain rally


Oilseed markets

The soy complex started the week with strong gains, mainly supported by the rally in soybean oil and renewed speculation about increasing biofuel demand. Firm crude oil prices and escalating tensions in the Middle East strengthened expectations for biodiesel demand from soybean oil and added risk premiums to the market. Additional support came from concerns about delays in US soybean planting, although overall fieldwork still remains well ahead of the five-year average. By mid-week, however, a noticeable correction set in. As crude oil markets temporarily eased and hopes emerged for improving relations between the United States and Iran, traders increasingly took profits. Weak US export data added further pressure. Recent sales figures came in well below expectations and marked a seasonal low. At the same time, high Brazilian export forecasts moved back into focus. StoneX also raised its estimate for the Brazilian soybean crop once again. Soybean meal remained more stable than soybeans throughout the week, while soybean oil stayed in rally mode despite temporary setbacks. In canola and rapeseed markets, weaker crude oil prices and favourable weather conditions for planting in the Canadian Prairies dominated sentiment after a firm start to the week.


Bullish

Support came from firm crude oil prices and continued optimism surrounding biofuel demand for soybean oil. Geopolitical tensions in the Middle East also increased risk premiums, while planting delays in some US regions provided temporary support.


Bearish

Pressure stemmed mainly from weak US soybean export sales and higher forecasts for the Brazilian soybean crop. In addition, current weather models point to favourable planting conditions for Canadian canola.


Expert opinion

Crude oil markets are likely to remain the key driver for the entire oilseed complex in the short term. As long as uncertainty in the Middle East persists, soybean oil in particular could continue to find support. At the same time, evidence of a comfortable global soybean supply continues to increase, especially due to the large Brazilian crop and strong export outlook. Weak recent US export figures may therefore become increasingly important. For canola and rapeseed, current weather forecasts suggest a relatively comfortable supply outlook. Overall, markets remain highly volatile and closely linked to geopolitical developments.


Grain markets

Grain markets were initially dominated by drought concerns in the US Plains before changing weather conditions and hopes for geopolitical easing sharply shifted sentiment. SRW wheat at the CBOT traded near multi-year highs early in the week, supported by fears of a repeat of the 2012 drought. HRW wheat developed more cautiously, as rainfall forecasts for the southern Plains limited upside momentum from the beginning. Additional support initially came from robust US export figures and new tenders from North Africa. India also reported smaller wheat exports for the first time in four years. By mid-week, however, markets came under significant pressure. Rainfall forecasts for the US Plains and large parts of Europe reduced weather premiums considerably. At the same time, sharply lower crude oil prices following hopes for easing tensions around the Strait of Hormuz weighed on sentiment. Rising Canadian stock estimates and improved European crop prospects added further pressure. Toward the end of the week, lower Russian export forecasts briefly attracted attention but failed to reverse the broader downtrend.Corn also started the week firmly. Strong export demand, robust ethanol production and the rally in crude oil prices temporarily pushed prices to their highest level since late 2023. However, as energy markets eased, corn also corrected sharply. Additional pressure came from higher Brazilian production forecasts and weaker US export figures toward the end of the week.


Bullish

Support came from robust global demand for US corn and wheat, lower Russian export forecasts for 2025/26 and continuing weather risks in the US Plains.


Bearish

Pressure stemmed from rainfall forecasts for the US Plains and Europe, weaker crude oil prices affecting corn and ethanol markets and higher production and stock forecasts in Canada and Brazil.


Expert opinion

Markets have now given back a large part of the previously built weather premium. The key question will be whether expected rainfall in the US Plains provides lasting relief. Particularly in HRW wheat, conditions remain tense despite the correction. In corn, attention is increasingly shifting toward the Brazilian second crop and the outlook for ethanol demand. Should crude oil prices continue to weaken, additional pressure could emerge. At the same time, global demand remains strong enough to limit deeper declines for now.

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