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Wochenrückblick KW18: Biokraftstofffantasie trifft auf Nachfragesorgen – Getreide mit Aufwärtstrend

  • 4. Mai
  • 5 Min. Lesezeit


Englisch version below.

Wochenrückblick KW18: Biokraftstofffantasie trifft auf Nachfragesorgen – Getreide mit Aufwärtstrend


Ölsaatenmärkte

Der Sojakomplex präsentierte sich zu Wochenbeginn in freundlicher Verfassung und knüpfte an die positiven Vorgaben der Vorwoche an. Vor allem die anhaltend festen Sojaölpreise sorgten für Unterstützung, da hohe Rohölnotierungen die Erwartungen an eine steigende Nachfrage nach Biokraftstoffen verstärkten. Gleichzeitig rückten jedoch fundamentale Faktoren zunehmend in den Vordergrund. Der zügige Fortschritt der US-Aussaat sowie eine weiterhin schwache Nachfrage aus China wirkten bremsend. Hinzu kam das hohe globale Angebot infolge der umfangreichen südamerikanischen Ernte. Zur Wochenmitte zeigte sich der Markt uneinheitlicher. Zwischenzeitliche Kursrückgänge bei Sojabohnen und Sojaschrot waren vor allem auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen, während die hohen Verarbeitungsmargen aufgrund der festen Sojaölpreise weiterhin stützend wirkten. Diese Margen wurden zusätzlich durch geopolitische Spannungen und steigende Energiepreise begünstigt, die die Attraktivität von Pflanzenölen im Energiesektor erhöhten. Im weiteren Verlauf sorgten feste Vorgaben vom Maismarkt sowie erneut anziehende Rohölpreise für Auftrieb, sodass sich die Sojabohnenkurse wieder erholen konnten, während Sojaschrot schwächer tendierte. Die Exportdynamik der USA blieb insgesamt hinter dem Vorjahresniveau zurück und begrenzte das Aufwärtspotenzial. Gleichzeitig verstärkten politische und wirtschaftliche Entwicklungen in Südamerika die Unsicherheiten im globalen Marktumfeld. Bei Canola und Raps dominierte ein insgesamt fester Trend. Nach anfänglichem Druck durch schwächere Exportzahlen in Kanada sorgten steigende Rohölpreise und witterungsbedingte Verzögerungen bei der Aussaat für Unterstützung. Auch an der Euronext konnte Raps im Wochenverlauf zulegen.


Bullish

Unterstützend wirkten die hohen Rohölpreise und die daraus resultierende Nachfrage nach Biokraftstoffen, attraktive Verarbeitungsmargen im Sojakomplex sowie verzögerte Aussaatbedingungen bei Canola in Kanada.


Bearish

Belastend wirkten die schwächere Exportnachfrage nach US-Sojabohnen, die umfangreiche südamerikanische Ernte sowie der schnelle Fortschritt der US-Aussaat.


Expertenmeinung

Die Entwicklung im Sojakomplex bleibt eng mit den Energiemärkten verknüpft. Hohe Rohölpreise stützen insbesondere Sojaöl und wirken sich positiv auf die Nachfrage im Biokraftstoffsektor aus. Gleichzeitig bleiben die fundamentalen Faktoren eher belastend, da das globale Angebot hoch ist und die Exportdynamik hinter den Erwartungen zurückbleibt. Die Entwicklung der US-Aussaat wird zunehmend richtungsweisend. Bei Canola und Raps könnten witterungsbedingte Verzögerungen kurzfristig Unterstützung bieten. Insgesamt ist mit einer volatilen Seitwärtsbewegung mit leicht unterstützender Tendenz zu rechnen.


Getreidemärkte

Am Weizenmarkt setzte zu Beginn der Woche eine deutliche Gegenbewegung zu den Verlusten der Vorwoche ein. Vor allem SRW-Weizen in Chicago legte kräftig zu, während auch HRW-Weizen spürbar anzog. Ausschlaggebend waren technische Käufe sowie gemischte USDA-Daten. Die verzögerte Aussaat beim Sommerweizen verlieh den Notierungen zusätzliche Unterstützung, während sich die Zustandsbewertungen beim Winterweizen kaum verbesserten. Zur Wochenmitte beschleunigte sich die Aufwärtsbewegung, getragen von anhaltenden Dürresorgen in den US-Plains und einer lebhaften internationalen Nachfrage. Im weiteren Verlauf setzten jedoch Gewinnmitnahmen ein, die insbesondere SRW-Weizen belasteten, während HRW-Weizen stabiler blieb. Steigende EU-Exporte und eine rege Nachfrage aus Importländern unterstützten den Markt, während höhere Ernteaussichten in Australien und Kanada das Aufwärtspotenzial begrenzten. An der Euronext zeigte sich ein moderat fester Trend.Der Maismarkt entwickelte sich ebenfalls freundlich. Nach einer technischen Erholung zu Wochenbeginn rückte die starke Exportnachfrage stärker in den Fokus und sorgte für zusätzliche Unterstützung. Laufende Verschiffungen sowie internationale Ausschreibungen unterstrichen die robuste Nachfragebasis. Im weiteren Verlauf wirkten steigende Energiepreise unterstützend, da sie die Attraktivität der Ethanolproduktion erhöhten. Gegen Ende der Woche erreichten die Notierungen zeitweise neue Hochs, bevor leichte Gewinnmitnahmen einsetzten. Auch an der Euronext setzte sich der Aufwärtstrend fort.


Bullish

Unterstützend wirkten Dürresorgen in den US-Plains, eine starke Exportnachfrage bei Weizen und Mais sowie steigende Energiepreise, die die Ethanolproduktion attraktiver machen.


Bearish

Belastend wirkten der schnelle Fortschritt der Maisaussaat in den USA, höhere Ernteerwartungen in Australien und Kanada sowie Gewinnmitnahmen nach deutlichen Kursanstiegen.


Expertenmeinung

Die Märkte bleiben stark von der Wetterentwicklung in den US-Anbaugebieten geprägt. Anhaltende Trockenheit könnte insbesondere HRW-Weizen weiter stützen, während gleichzeitig die internationale Nachfrage robust bleibt. Beim Mais sorgt die starke Exportnachfrage für Unterstützung, während gute Aussaatbedingungen mittelfristig dämpfend wirken können. Auch die globalen Produktionsaussichten bleiben ein wichtiger Einflussfaktor. Insgesamt ist von einer weiterhin volatilen, aber leicht festen Marktentwicklung auszugehen.


Weekly review KW18: Biofuel demand meets weak exports – grains trend higher


Oilseed markets

The soy complex started the week on a firm note, continuing the positive momentum from the previous week. Strong soybean oil prices provided key support, driven by high crude oil prices that boosted expectations for biofuel demand. At the same time, fundamental factors increasingly came into focus. Rapid US planting progress and continued weak demand from China weighed on sentiment. In addition, the large South American harvest maintained a high global supply level. By mid-week, markets turned more mixed. Temporary declines in soybeans and soybean meal were mainly driven by profit-taking, while strong processing margins supported by high soybean oil prices continued to provide underlying strength. These margins were further supported by geopolitical tensions and rising energy prices, which increased the attractiveness of vegetable oils in the energy sector. Later in the week, strength in corn markets and rising crude oil prices helped soybeans recover, while soybean meal remained weaker. US export performance continued to lag behind last year’s levels, limiting upside potential. Political and economic developments in South America added further uncertainty. Canola and rapeseed showed an overall firm trend. After initial pressure from weaker Canadian export data, rising crude oil prices and weather-related planting delays provided support. Rapeseed at Euronext also gained over the course of the week.


Bullish

Support came from high crude oil prices boosting biofuel demand, strong processing margins in the soy complex and delayed canola planting in Canada.


Bearish

Pressure stemmed from weaker US soybean export demand, the large South American harvest and rapid US planting progress.


Expert opinion

The soy complex remains closely linked to energy markets. High crude oil prices support soybean oil and biofuel demand. At the same time, fundamentals remain somewhat bearish due to abundant global supply and weaker export dynamics. US planting progress is becoming an increasingly important factor for market direction. Weather-related delays in canola and rapeseed could provide short-term support. Overall, a volatile sideways trend with a slight upward bias appears likely.


Grain markets

Wheat markets staged a strong rebound at the beginning of the week following the previous week’s losses. SRW wheat in Chicago led the gains, while HRW wheat also moved higher. Technical buying and mixed USDA data were the main drivers. Slower planting progress for spring wheat added support, while winter wheat conditions showed little improvement. By mid-week, the rally accelerated, driven by persistent drought concerns in the US Plains and strong international demand. Later in the week, profit-taking emerged, weighing on SRW wheat, while HRW remained relatively stable. Higher EU exports and strong import demand provided support, while expectations of larger crops in Australia and Canada limited further gains. Euronext wheat followed with a moderately firm trend.Corn markets also showed strength. After an initial technical recovery, strong export demand became a key driver, supported by ongoing shipments and international tenders. Rising energy prices further supported the market by improving ethanol production economics. Toward the end of the week, prices reached new highs before some profit-taking occurred. Euronext corn followed the upward trend.


Bullish

Support came from drought concerns in the US Plains, strong export demand for wheat and corn and rising energy prices supporting ethanol production.


Bearish

Negative factors included rapid US corn planting progress, higher crop expectations in Australia and Canada and profit-taking after strong price increases.


Expert opinion

Markets remain heavily influenced by weather developments in US growing regions. Continued dryness could further support HRW wheat, while strong global demand underpins corn. However, favourable planting conditions may limit gains in the medium term. Global production prospects remain a key factor. Overall, markets are expected to remain volatile with a slight upward bias.

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